, 01.06.2021

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat am Montag in einer Sondersitzung die Übernahme von zusätzlichen Bürgschaften für die MV Werften genehmigt. Bund und Land hatten sich mit dem Werfteigner, dem Kreuzschifffahrt- und Glücksspielkonzern Genting Hongkong, auf ein nun insgesamt 900 Mio. Euro umfassendes Rettungspaket geeinigt. Eine endgültige Zustimmung des Bundes steht nach Meldungen der Zeitung Die Zeit aber noch aus.

 

Die MV Werften mit ihren Standorten in Wismar, Rostock und Schwerin waren im vergangenen Jahr in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Ursache hierfür waren die Corona-bedingten Einbußen des Mutterkonzerns Genting Hongkong, bedingt durch die langen Schließungen im Glücksspielsektor und das Einstellen der Kreuzfahrten.

 

Die Frage nach den Zukunftsaussichten für MV Werften und Genting

 

Ende 2020 hatten die MV Werften bereits Staatshilfen in Höhe von rund 200 Mio. Euro erhalten. Beabsichtigt sei nun die Aufstockung der Bundeshilfen auf 500 Mio. Euro sowie der Mittel aus dem Land auf 400 Mio. Euro.

 

Für die Entscheidung, ob weitere Kredite und Bürgschaften fließen würde, sei ausschlaggebend gewesen, ob das Unternehmen auch künftig tragfähig sei. Wie die Fraktionen der SPD und CDU jedoch im Antrag zur „Aufnahme der MV Werften unter den Rettungsschirm des Bundes“ erklärte, hätten

die MV Werften bis zum Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie über gute Auftragslagen verfügten und kontinuierlich Personal aufgebaut sowie erheblich in die Standorte investiert […].

Mutterkonzern Genting Hongkong hatte die MV Werften mit dem Bau des Kreuzfahrtschiffes „Global 1“ beauftragt, das mit den Kredithilfen fertiggestellt und zumindest 2.100 der rund 2.800 Arbeitsplätze in Wismar, Stralsund und Rostock sichern soll. Zudem habe der Bund signalisiert, die Finanzierung eines weiteren Schiffes zu unterstützen.

 

Gleichwohl habe der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, betont, nur mit weiteren Aufträgen ließen sich die Standorte langfristig sichern. Ob diese erfolgen werden, ist allerdings unsicher. So betonte auch Mutterkonzern Genting Hongkong in seiner Pressemitteilung zur den Unternehmensergebnissen aus dem ersten Quartal 2021:

Die Aussichten für die Tourismus-, Freizeit- und Gastgewerbebranche bleiben höchst ungewiss. Die Erholung des Sektors erfährt angesichts der aufgrund der Pandemie anhaltenden Reisebeschränkungen weiterhin Rückschläge. Folglich wird der regionale Glücksspielmarkt kurzfristig weiterhin vor großen Herausforderungen stehen.

Von diesen Entwicklungen dürfte aber auch abhängen, wie sich die Auftragslage für die MV Werften gestalten wird. Die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen) warf der Landesregierung daher vor, die aktuelle Kreditlinie reiche gerade einmal bis nach der Wahl.

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