, 03.01.2021

Das Pokerspiel erfordert strategisches Geschick, aber es ist interessant festzustellen, dass mit dem Kartenspiel Aberglauben verbunden sind. Einige Spieler folgen bizarren Ritualen, weil sie glauben, dass sie dies zum Erfolg führen könne.

 

Doch warum halten viele Pokerspieler an ihren Ritualen und am Aberglauben fest? Eine mögliche Antwort auf diese Frage lieferte der deutsche Poker Pro und ehemalige PokerStars-Markenbotschafter Michael Keiner:

Es hängt einfach damit zusammen, dass unser Gehirn ständig versucht, scheinbar logische Zusammenhänge zwischen Ereignissen herzustellen, die, real betrachtet, völlig unabhängig voneinander sind.

Die Gründe dafür lägen in der Evolution, erklärt Keiner. Diese „Wachsamkeit“ des menschlichen Gehirns habe vor vielen Jahren die Menschen in die Lage versetzt, adäquate Reaktionen auf neue, noch nicht erklärbare Umweltreize zu liefern und so das Überleben gesichert. Die Anlage bzw. der Instinkt dafür sei noch vorhanden.

 

Aberglaube am Pokertisch

 

50-Dollar-Schein

 

Rituale und Aberglaube sind vor allem an Pokertischen weit verbreitet. So glauben viele Spieler, dass ein 50-Dollar-Schein Unglück bringt. Daher lassen sie sich stattdessen lieber zwei 20-Dollar-Scheine und einen 10-Dollar-Schein auszahlen, wenn sie gewonnen haben.

 

Dieser Aberglaube geht in die 70er Jahre zurück, als die Mafia Las Vegas beherrschte. Jemand wurde getötet. Doch bevor er in der Wüste vergraben wurde, wurde ihm eine 50-Dollar-Note in die Jacke gesteckt.

 

Kleidung

 

Kleidung spielt eine besondere Rolle. So tragen zahlreiche Spieler während eines Turniers dieselbe Kleidung, auch wenn das Event mehrere Tage dauert. Bekannt damit wurde der deutsche Pokerspieler Pius Heinz, der während des WSOP 2011 Main Events die gesamte Woche lang dasselbe weiße Kapuzenshirt trug.

 

Dead Man´s Hand

 

Die Pokerhand Ass-Acht, die auch als „Dead Man´s Hand“ bekannt ist, verheißt für viele Spieler Unglück. Dieser Aberglaube basiert auf einem Vorfall im Jahre 1876. Der Pokerspieler James Butler „Wild Bill“ Hickok wurde im Saloon von Deadwood während des Spiels erschossen, nachdem er die Goldsucher ausgenommen hatte. Seine letzte Hand soll die Ass-Acht gewesen sein.

 

Geld zählen

 

Die Poker-Etikette verbietet es, am Pokertisch Geld zu zählen. Während es einige Spieler schlicht für unhöflich halten, bedeutet es für viele Pokerspieler schlechtes Karma. Dies besingt auch Kenny Rogers in seinem Song „The Gambler“.

 

 

Die erste Hand

 

Auch wenn Gewinnen nichts Negatives ist, gilt dies nicht für die erste Hand. Viele Spieler glauben, es bringt Pech, die erste Hand beim Turnier oder Cash Game zu gewinnen.

 

Aberglaube und Poker Pros

Selbst bekannte Poker Legenden wie Doyle Brunson, Johnny Chan und Sammy Farha haben bestimmte Glücksbringer und Rituale, von denen sie sich mehr Erfolg am Spieltisch versprechen:

 

Johnny Chan und die Orange

 

Poker Pro Johnny Chan hat immer eine Orange am Pokertisch dabei. Diese Gewohnheit begann, als das Rauchen in den Casinos noch erlaubt war. Das Aroma der Orange sollte den unangenehmen Nikotingeruch vertreiben.

 

Im Jahre 1988 gewann Chan das WSOP Main Event. Seitdem gilt die Orange als Glücksbringer am Pokertisch.

 

Sammy Farha und die Zigarette

 

Farha ist bekannt für seine elegante Designerkleidung, aber auch für die nicht angezündete Zigarette im Mundwinkel. Sie blieb auch in seinem Mund, bis er 2003 den Final Table des WSOP Main Events erreichte. Jedes Mal, wenn er eine Hand verliert, wechselt er seine Zigarette.

 

Doyle Brunson und Caspar

 

Poker-Legende Doyle Brunson hat am Pokertisch immer einen Card Protector dabei, auf dem Caspar, der freundliche Geist, abgebildet ist. Brunson sagte, er habe mit Caspar zu reden begonnen, damit er ihm Glück bringe. Dieser Wunsch habe ihm der Geist auch erfüllt.

 

Dies blieb auch von anderen Spielern nicht unbemerkt. Brunson machte aus dem Interesse der Pokerspieler ein recht lukratives Geschäftsmodell, denn er vermietete Caspar für 500 USD für 30 Minuten.

 

Brunson kommentierte:

Ich glaube, ich habe ihn für über 15.000 USD im Zeitraum von einem Jahr vermietet.

Später verkaufte Brunson seinen Card Protector an den Poker Pro Howard Lederer zum Preis von 3.500 USD. Allerdings wird Lederer den Glücksbringer erst dann erhalten, wenn das Testament von Brunson verlesen wird. Dies ist in den Verkaufsbedingungen festgelegt.

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