, 12.09.2020

Der Streit zwischen Apple und dem Fortnite-Entwickler Epic Games spitzt sich derzeit weiter zu. In dieser Woche hat Apple wegen Vertragsbruchs Gegenklage gegen Fortnite eingereicht. Zudem könnten Spieler, die den Apple-Anmeldedienst für die Epic Games nutzen, künftig ihren Zugang verlieren.

 

Fortnite ficht Apples Monopolstellung an

 

Im August hatte Fortnite Klage gegen Apple eingereicht. Grund hierfür war die „Monopolstellung“ Apples, wie Fortnite in beim Gericht eingereichten Dokumenten vom 4. September [Seite auf Englisch] erklärte:

Apple ist ein Monopolist. Es [das Unternehmen, Anm. d. Red.] steuert die gesamte App-Verteilung unter iOS. Es kontrolliert die gesamte In-App-Zahlungsabwicklung für digitale Inhalte unter iOS. Es hält unrechtmäßig diese beiden Monopole durch ausdrückliches Verbot des Wettbewerbseintritts in diese beiden Märkte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es diesen Fall verlieren wird.

Apple, so der Vorwurf, verhindere jegliche andere Vertriebsmöglichkeit für App-Entwickler und sichere sich so die 30 Prozent Provision, die das Unternehmen bei einem App-Verkauf auf seiner Plattform erhalte.

 

Um Apple zu einer Reaktion zu zwingen, hatte Epic Games eine weitere Zahlungsmöglichkeit im Apple-Shop eingeführt. Apple reagierte mit dem Rausschmiss von Fortnite, Fortnite-Entwickler Epic Games wiederum mit der Klage bei einem US-Gericht.

 

Apple schlägt zurück

 

Epic Games warf Apple vor, dem Unternehmen durch den Rauswurf von Fortnite aus dem Apple-Store einen immensen Schaden zuzufügen. Apple jedoch dreht nun den Spieß um und verklagt Epic Games nun auf Schadensersatz.

 

In am Dienstag bei einem US-Bundesgericht eingereichten Dokumenten beklagte Apple, Epic Games wolle sich bereichern. Zudem beeinträchtige der Spieleentwickler die Beziehung zwischen Apple und seinen Kunden.

Epic Games, so Apple in den beim Gericht eingereichten Dokumenten, stelle sich als modernen „Robin Hood“ dar. In Wirklichkeit handele es sich jedoch um ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen, das schlichtweg nichts für den Wert bezahlen wolle, den es durch die Geschäfte im Apple Store erhalte. Die eigenen Geschäftspraktiken von Epic Games dagegen seien fragwürdig, schließlich müsse der Konsument hohe Summen für den Erwerb der In-Spiele-Währung „V-Bucks“ zahlen.

Beim Verkauf seiner Spiele im Apple App Store profitiere Epic Games von Ressourcen Apples und der ständigen Weiterentwicklung. Zudem trage Apple Sorge dafür, dass die Nutzung des App Stores für Entwickler und Kunden besonders sicher sei.

 

Für Fortnite-Spieler bedeutet der Streit zwischen Apple und Epic Games, dass sie nicht nur das Spiel selbst, sondern auch Updates nicht mehr auf iOS-Geräten herunterladen können. Zudem hatte Apple in dieser Woche angekündigt, auch den Zugang zum Spiel per Apple-Zugangsdienst zu sperren.

 

Fortnite erklärte am Donnerstagabend, dass Apple eine Verlängerung des Zugangs gewähre. Spieler sollten sich jedoch darauf einstellen, dass die Option, sich über den Apple-Anmeldedienst einzuloggen, bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnte.

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