, 30.06.2020

Premier League-Club Aston Villa hat sein Sponsoring mit dem Wettanbieter W88 ohne Angaben von Gründen beendet. Wie der Verein aus Birmingham gestern bekanntgab, werde der nach Ablauf der Saison auslaufende Vertrag mit dem Buchmacher nicht verlängert. Als neuer Sponsor wurde der Online-Autohändler Cazoo präsentiert.

 

Seit Beginn der Saison warb Aston Villa auf seinen Trikots für den zum Genting-Konzern gehörenden Sportwetten-Anbieter. Medienberichten zufolge soll der Club für den einjährigen Kontrakt 8 Mio. GBP erhalten haben.

 

Doch damit ist nun Schluss, denn ein Vereinssprecher verkündete knapp:

Aston Villa kann bestätigen, dass die Hauptpartnerschaft mit W88 nach Abschluss der Saison 19/20 endet.

Aston Villa war die Kooperation mit dem Buchmacher erst zu Beginn dieser Saison eingegangen. Damals hatte das Management diese noch als „rekordverdächtige Partnerschaft“ bezeichnet. Ab kommendem Herbst wird nun der Online-Autohändler Cazoo das Trikot der Spieler von Aston Villa zieren.

 

Für W88 bedeutet der Rückzug von Aston Villa das zweite Ende eines Fußball-Sponsorings in England. Zuvor prangte das Firmenlogo auf den Trikots der Wolverhampton Wanderers. Diese tauschten W88 im Juni 2019 jedoch gegen den Wettanbieter-Konkurrenten ManBetX aus.

 

Hohe Fluktuation und wachsende Kritik an Wett-Sponsoren

Auch Aston Villa verzeichnete bereits eine hohe Fluktuation bei seinen Wett-Sponsoren. So war W88 nach 32Red und Unibet in nur drei Jahren bereits der dritte Sponsor aus der Glücksspielbranche.

 

Zu den Gründen für das Sponsoring-Endes äußerten sich die beiden Vertragspartner nicht. Allerdings könnte dieses mit der wachsenden Kritik an der engen Verbindung zwischen Wettanbietern und Fußballvereinen zu tun haben.

 

So forderten Politiker und Spielschutzorganisationen die Clubs in letzter Zeit wiederholt auf, ihre Partnerschaften mit den Wettkonzernen aufgrund der negativen Auswirkungen des Glücksspiels zu beenden.

Im englischen Profifußball hat das Sponsoring durch Glücksspielfirmen große wirtschaftliche Bedeutung für die Clubs. So lassen sich die Anbieter die Werbung inzwischen jährlich 350 Mio. GBP kosten. Zu Beginn dieser Saison spielten zudem 17 Teams der höchsten Liga des Landes mit den Logos der Anbieter auf ihren Trikots. Lediglich drei Vereine unterhielten keine finanziellen Beziehungen zu Unternehmen aus dieser Branche.

Die nun beendete Partnerschaft ist in dieser Saison nicht der erste gestoppte Werbedeal zwischen einem Premier League-Club und der Glücksspielbranche. Anfang Juni hatte Liga-Rivale AFC Bournemouth bekanntgegeben, sein Sponsoring mit dem asiatischen Wettanbieter Mansion Group nach Ablauf des bestehenden Kontraktes nicht zu verlängern.

 

Noch einen Schritt weiter gingen der FC Everton und Tottenham Hotspur, die ihre Verträge mit SportPesa und 1xBet vorzeitig platzen ließen. Nach Jahren des wachsenden Werbeeinflusses der Glücksspielunternehmen scheint sich in diesem Jahr zumindest vorläufig eine Wende abzuzeichnen.

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