, 15.01.2020

 

Im Interview mit der britischen Kulturministerin Helen Whately hat der TV- und Radio-Moderator Nick Ferrari kritisiert, dass Kreditkarten zwar für das Online Glücksspiel verboten würden, Glücksspiel-Werbung auf Fußball-Trikots jedoch immer noch erlaubt sei.

 

Nick Ferrari warf der Kulturministerin im LBC Radio [Seite auf Englisch] vor, die Gelegenheit verpasst zu haben, die Glücksspiel-Werbung auf den Fußball-Trikots einzudämmen und unterstrich, dass diese ausgesprochen lukrativ sei.

 

Glücksspiel-Anbieter als Hauptsponsoren der Championship-Clubs

 

Von 24 in der Championship vertretenen Mannschaften hätten 17 eine Glücksspiel-Firma als Trikot-Sponsor.

 

Auf die Kritik des Radiomoderators hin konterte Whately, dass es eine Überprüfung der Glücksspielgesetze geben werde. Ihre Rolle als Kulturministerin sei es allerdings, sicherzustellen, dass das Spielen nicht schädlich sei.

 

Bei Zahlungen mit Kreditkarten dagegen könne man davon ausgehen, dass diese sich schädlich auf die Spieler auswirkten. Sie fügte hinzu:

„Der Ansatz, den wir verfolgen sollten, ist, den vorliegenden Beweisen zu folgen, um sicherzustellen, dass Menschen unbeschwert ihr Geld genießen und es ausgeben können, wie sie möchten, während wir einschreiten, wenn wir sehen, dass etwas wirklich schädlich ist.“

Fußballverbände in der Pflicht

 

Whately betonte ebenfalls, dass sie mit dem Sportminister zusammenarbeite, um sicherzustellen, dass die Fußball-Funktionäre ihre Verantwortung hinsichtlich des Schutzes der Fans wahrnähmen.

 

Der ehemalige britische Fußballer Chris Kirkland dagegen sieht die Regierung in der Pflicht. Der für seinen offenen Umgang mit seiner Glücksspielsucht bekannte Torhüter betonte gestern, dass die Glücksspielwerbung beim Fußball ein großes Problem für die Sportler darstelle und deren „Leben ruinieren“ könne.

Chris Kirkland stieg im Jahr 1999 ins Profiteam des Clubs Coventry City auf und erhielt besonders durch seine Leistungen in der Saison 2000/01 viel Aufmerksamkeit. Im August 2001 wechselte er zum FC Liverpool, wo er unter anderem beim englischen League Cup gegen Grimsby Town und 2002 beim Champions-League-Match gegen den Fußball-Club Galatasaray Istanbul zum Einsatz kam.

 

Bis zum Ende seiner Fußball-Karriere im Jahr 2016 trat er bei 321 Liga- und Pokalspielen an. Im vergangenen Jahr rückte er erneut ins Licht der Aufmerksamkeit, als er öffentlich von seiner Glücksspielsucht und seinem Aufenthalt in einem Suchtbehandlungszentrum berichtete.

Kirkland zufolge sollte das Sponsoring durch Glücksspiel-Betreiber vollständig verboten werden. Ob die Regulierungsbehörden ein Verbot der Glücksspielwerbung angesichts der zunehmenden Kritik demnächst in Betracht ziehen könnten, bleibt abzuwarten.

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