Donnerstag, 19. Mai 2022

Das Ende einer Tradition: Aus für Sega-Spiel­hallen in Japan

Menschen vor Sega-Spielhalle Das Sega-Logo wird von den Spielhallen verschwinden (Bild: Flickr/ DocChewbacca, CC BY-SA 2.0)

In Japan gehören die Spielhallen des Elektronikkonzerns Sega seit Jahrzehnten vielerorts fest zum Stadtbild. Diese über 55-jährige Tradition geht nun zu Ende, denn der aktuelle Betreiber Genda gab in der vergangenen Woche bekannt, den ikonischen Namen von den terrestrischen Spielhallen entfernen zu wollen.

Der einschneidenden Maßnahme, die viele Gaming-Fans traurig stimmen dürfte, vorausgegangen war der 2020 erfolgte Verkauf der Tochtergesellschaft Sega Entertainment. 85 % der für das Geschäft mit den rund 200 in Japan beheimateten Spielhallen zuständigen Firma waren für eine nicht genannte Summe an das Tokioter Unternehmen Genda veräußert worden.

Grund für den Verkauf waren die hohen Verluste, die Japans drittgrößter Arcade-Betreiber aufgrund der Corona-bedingten Schließungen hatte hinnehmen müssen. Vergangenen Freitag schließlich gab Sega den Verkauf der restlichen 15 % an Genda bekannt.

Einhergehend mit dem Deal änderte Genda 2021 seinen Namen in Genda Sega Entertainment, um den bekannten Markennamen für die Spielhallen vorerst weiter nutzen zu können. Anfang dieses Jahres benannte sich das Unternehmen jedoch um in Genda GiGo Entertainment und besiegelte damit das Aus.

Neuer Name ohne Sega-Bezug

Künftig sollen die Spielhallen unter dem Namen GiGo firmieren. Dieser steht für „Get into the Gaming Oasis!“ und soll Gaming-Fans zum Besuch der bunt blinkenden Vergnügungstempel einladen.

Genda betonte, dass das Angebot der Spielhallen beibehalten werden solle. Damit hätten Sega-Fans die Gewissheit, auch weiterhin Klassiker wie Sonic und Shinobi an den Arcade-Geräten spielen zu können.

Auf Twitter, wo Genda das Aus bekanntgegeben hatte, reagierten die Fans betroffen. Neben Trauer brachte die Gaming-Gemeinde in die Kommentare auch Unverständnis und Wut zum Ausdruck. Andere hingegen erklärten, dass das Ende nicht ganz überraschend für sie komme, auch wenn vielfach der Erfolg der Umbenennung bezweifelt wurde.

Nach Angaben von Genda soll die Umbenennung nicht gleichzeitig in ganz Japan vonstatten gehen. Es sei stattdessen geplant, im Großraum Tokio zu beginnen. Dort sind die Spielhallen auch in Szene-Vierteln wie Shinjuku und Ikebukuro vertreten, wo sie bisher täglich von Tausenden Spielern besucht wurden.

Die Sega-Automaten sollen nach Auskunft von Sega jedoch weiterhin hergestellt und weltweit vertrieben werden. Die vielen Anhänger der Games dürften damit auch künftig Gelegenheit bekommen, an den neuesten Automaten des Herstellers zu spielen.