, 25.11.2019

Die australische Morrison Regierung hat gestern die Einrichtung eines landesweiten Online Selbstausschlussregisters angekündigt. Dieses System soll es den Nutzern ermöglichen, sich für alle Glücksspiel-Webseiten und mobile Apps sperren zu lassen.

 

Anne Ruston, die australische Ministerin für Familien und soziale Dienste, bezeichnete das System als Schlüsselmaßnahme im Rahmen des ersten nationalen Verbraucherschutzprogramms in Australien. Die Ministerin erklärte, dass es darauf abziele, die mit dem Glücksspiel verbundenen Schäden zu verringern.

 

Ruston führt aus:

„Die Regierungspolitik sollte soweit wie möglich gewährleisten, dass Australier eine Wette genießen können, aber gleichzeitig auch vernünftige und gezielte Maßnahmen treffen, um jene Spieler zu schützen und zu unterstützen, die erheblichen Risiken ausgesetzt sind.“

Die Registrierung beim Nationalen Selbstausschlussregister sei ein freiwilliger Prozess, bei dem ein Spieler sich für alle interaktiven Glücksspiel- und Wettdienste ausschließen kann. Die Sperren sollen mindestens drei Monate betragen, aber Problemspieler sollten auch in der Lage sein, sich lebenslang vom Glücksspiel ausschließen zu lassen.

 

Nach Ansicht der Regierung biete der Selbstausschluss den Spielern Gelegenheit, über Zeiträume zu verfügen, in denen sie gänzlich auf das Online Spiel verzichten. So könnten sie ihr Verhalten reflektieren und das Risiko minimieren, Schäden durch das Online Spiel zu erleiden.

 

Wie soll der Selbstausschluss funktionieren?

Sollten die Pläne bezüglich des Selbstausschluss-Registers umgesetzt werden, ist es den Wettanbietern nicht gestattet, an Personen, die sich selbst ausgeschlossen haben, Werbung für ihre Produkte zu senden.

 

Weiterhin ist vorgesehen, dass den Spielern ihr Guthaben auf aktiven Kundenkonten zurückerstattet wird. Das Spielerkonto muss dann geschlossen werden.

 

Paul Fletcher, der Minister für Kommunikation, Cybersicherheit und Kunst, erklärte, dass die australische Behörde für Kommunikation und Medien nach der Verabschiedung des Gesetzes für die Umsetzung des Selbstausschlussregisters verantwortlich sein werde.

 

Sobald das Register einsatzbereit sei, werde die Australian Communications and Media Authority (ACMA) [Seite auf Englisch] die lizenzierten Anbieter interaktiver Wetten regulieren. Damit soll gewährleistet werden, dass diese die gesetzlichen Bestimmungen einhielten und die Spieler unterstützt würden, führte Fletcher aus.

Eine bundesweite Selbstsperre ist in Deutschland nur für Lotterien und Spielbanken möglich. Der Antrag kann in einer Zentrale der Lottogesellschaft oder in einer Spielbank gestellt werden.

 

Bei gewerblichen Spielhallen gelten verschiedene Regelungen in den Bundesländern. In Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es bereits ein zentrales Sperrsystem. In anderen Bundesländern müssen sich die Spieler in den einzelnen Spielhallen sperren lassen.

 

Was das Online Spiel in Deutschland betrifft, so besteht die Option einer Selbstsperre nur für Online Sportwetten- und Casino-Anbieter mit Lizenzen in Schleswig-Holstein. Ein bundesweites Sperrsystem gibt es in Deutschland nicht.

 

In Großbritannien gibt es bereits das GAMSTOP Selbstausschlussverfahren für Glücksspiele. Spieler können sich auf die Liste der gesperrten Spieler setzen lassen und auf diese Weise ihre Wettaktivitäten einschränken.

 

Nach Angaben von GambleAware, der gemeinnützigen Organisation zur Bekämpfung von Schäden im Zusammenhang mit Glücksspielen in Großbritannien, sei ein vollständiges Online Selbstausschlusssystem Ziel der Organisation, mit dem sich Spieler automatisch von allen in Großbritannien aktiven Glücksspiel-Providern ausschließen lassen könnten.

Studie bestätigt: Mehr als 50 % der Spieler gelten als gefährdet

Das Ministerium für Familien und soziale Dienste veröffentlichte gestern auch den Abschlussbericht seiner Studie [Seite auf Englisch] zu den Rahmenbedingungen für den landesweiten Verbraucherschutz für das Online Glücksspiel.

 

Ziel der Studie sei es gewesen, das Ausmaß riskanten Spielverhaltens zu ermitteln, bevor die Pläne für das Ausschlussregister umgesetzt würden. Im Rahmen der unabhängigen Studie, die vom australischen Institut für Familienstudien durchgeführt wurde, wurden über 5.000 Personen befragt.

 

Hände in Handschellen, Keyboard

Viele Australier sind spielsuchtgefährdet. (Bild: pixabay.com)

Darüber hinaus wurden Webseiten der Wettanbieter überprüft und deren Betreiber sowie die Regulierungsbehörden befragt.

 

Die Studie brachte hervor, dass sich der Anteil der Personen, die im Internet auf Sport, Rennen oder andere Veranstaltung ihre Wette abgegeben hätten, im Zeitraum zwischen 2012 und 2018 von 16 % auf 34 % mehr als verdoppelt habe.

 

Nach Angaben der Responsible Gambling Foundation hätten die Australier seit 2015 jedes Jahr mehr als 23 Milliarden Australische Dollar für Glücksspiele ausgegeben.

 

Laut der Studie könnten über die Hälfte der Befragten entweder als gefährdet eingestuft werden oder sie hätten bereits Schäden durch ihr Spielverhalten erlitten. Dieses Ergebnis bestätige die geplanten Maßnahmen der australischen Regierung.

 

Die Studie schließt mit Empfehlungen an die Behörde, die Kommunikation zwischen Aufsichtsbehörden und Wettanbietern insbesondere im Hinblick auf bevorstehende Maßnahmen und Änderungen der Vorgaben zu optimieren und die Pläne für die Schaffung eines nationalen Selbstausschlussregisters zeitnah umzusetzen. Ein konkretes Datum, wann das System aktiviert werden soll, wurde allerdings noch nicht bekanntgegeben.

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