, 20.12.2020

Auf Hawaii könnte es kommende Woche zur Genehmigung des ersten Casino Resorts kommen. Damit entstünde auf den US-Pazifikinseln, auf denen Glücksspiel ansonsten illegal ist, das erste Angebot dieser Art.

 

Medienberichten zufolge plane das Department of Hawaiian Home Lands (DHHL) die Beantragung einer entsprechenden Genehmigung bei der dafür zuständigen Hawaiian Homes Commission. Sollte diese das Vorhaben durchwinken, wolle das DHHL [Seite auf Englisch] 5 Mio. US-Dollar in die Projektentwicklung investieren, damit das Casino von einem noch zu bestimmenden Betreiber realisiert werden kann.

Die Ursprünge des DHHL reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Nach Angliederung des Inselstaates an die USA beschlossen die Regierenden in Washington, der Bevölkerung Land zum Leben und Wohnen zur Verfügung zu stellen. Daraus entwickelte sich das DHHL, das Landverteilung und Wohnungsbau koordiniert. Schätzungen zufolge warten derzeit rund 28.000 Hawaiianer auf die Zuteilung entsprechender Flächen.

Das Casino könnte im nahe der Hauptstadt Honolulu gelegenen Bezirk Kapolei auf der Insel O‘ahu entstehen. Obwohl noch keine Details bekannt wurden, spekulieren Medien über einen möglichen Standort beim vom DHHL verwalteten Ka Makana Alii Shopping Center.

 

In dessen Nähe seien in der Vergangenheit mehrere Hotels und Unterhaltungseinrichtungen entstanden, die von der Ansiedlung des Glücksspielbetriebes profitieren könnten. Befürworter argumentieren, dass ein Casino dringend benötigtes Geld in die durch Corona finanziell gebeutelten Haushaltskassen spülen und die lokale Wirtschaft ankurbeln könne.

 

Kritik von Politikern und Anwohnern

Die Idee zum Bau des Casinos rief jedoch umgehend Kritiker auf den Plan. So erklärte die Parlamentsabgeordnete Maile Shimabukuro, dass es nicht zu den Aufgaben des DHHL zähle, dem Glücksspiel den Weg zu ebnen.

 

Stattdessen solle die Behörde dafür sorgen, dass genügend Wohnraum für die Bevölkerung geschaffen werde. Zugleich warnte die Politikerin mit hawaiianischen Wurzeln:

Die meisten Leute denken, dass es mehr Probleme als Gutes bringen wird und dass Glücksspiel in Vegas bleiben und nicht nach Hawaii gebracht werden sollte.

Ähnlich argumentieren Anwohner des möglichen Casinos. Dieses in einer Region mit Menschen zu errichten, die nicht ausreichend Geld zum Glücksspiel hätten, sei „keine gute Idee.“

 

Ob das Casino tatsächlich realisiert werden kann, wird sich in der kommenden Woche zeigen. Dann berät die Hawaiian Homes Commission über ihre Zustimmung zu dem Projekt.