, 26.11.2020

In der US-Glücksspielmetropole Las Vegas gelten seit Dienstag verstärkte Einschränkungen, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Unter anderem verfügte Gouverneur Steve Sisolak, dass Casinos für mindestens drei Wochen mit einer Auslastung von maximal 25 % operieren dürfen. Experten sehen die Verschärfung der Vorgaben verhältnismäßig gelassen.

 

„Traditionell schwache Wochen“

 

Nehme Abouzeid, Gründer und CEO der Glücksspiel-Unternehmensberatung LaunchVegas, betrachtet die erneute Halbierung der erlaubten Besucherzahlen, unaufgeregt. Tatsächlich, so der Experte dem lokalen Las Vegas Review Journal gegenüber, komme der Zeitpunkt der Einschränkung den großen Anbietern sogar entgegen.

 

So handele es sich mit dem voraussichtlichen Geltungszeitraum um Wochen, die in Las Vegas traditionell schlecht ausgelastet seien. Auch in Ermangelung von Groß-Events im November und Dezember seien die Betreiber der Casino-Resorts von vornherein auf leere Zimmer eingestellt gewesen.

 

Vom Sinn der 25 %-Regel sei er jedoch nicht überzeugt, so der Unternehmer:

Einige der Vorgaben mögen willkürlich wirken, in etwa, wie Stühle auf dem Deck der Titanic solange anders aufzustellen, bis der Impfstoff kommt. Aber falls sie die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, dann ist das die Maßnahmen wert.

Kontrollen werden unverändert fortgesetzt

 

Auch die Glücksspielbehörde Nevada Gaming Control Board (NGCB) äußerte dem Review Journal [Seite auf Englisch] gegenüber, dass die Verschärfung der Einschränkungen für sie selbst keine logistischen Veränderungen bedeuteten. Nach über 15.000 Überprüfungen von Glücksspielbetrieben in den vergangenen Monaten werde die Arbeit der Kontrolleure unverändert fortgeführt.

Ebenso wie viele deutsche Regionen bricht auch der US-Bundesstaat Nevada in den vergangenen Tagen immer wieder seine eigenen Rekorde bei den COVID-19-Fallzahlen. So wurde am Dienstag mit 2.853 gemeldeten positiven Tests zum dritten Mal binnen zwei Wochen der höchste Wert seit Beginn der Pandemie-Aufzeichnungen vermeldet.

Das Board, so der Sprecher, werde die neuerlichen Beschränkungen der Auslastung von Spielflächen „energisch durchsetzen“. Hilfreich sei, dass die Casinobetreiber aufgrund bereits existierender technischer Systeme bestens gerüstet seien, um die Einhaltung der Kapazitätsgrenzen zu garantieren. Weiterhin fordere das NGBC die Branche zur Unterstützung auf.

 

Die ehemalige Vorsitzende des Boards, Becky Harris, geht davon aus, dass es diesbezüglich keine größeren Probleme geben werde. Sie erklärte dem Review Journal gegenüber, dass sich die Glücksspielanbieter der strengen Aufsicht der Behörde bewusst seien.

 

Bei Verstößen drohten nicht nur empfindliche Geldstrafen, sondern im Ernstfall sogar der Lizenzverlust. Deshalb sei davon auszugehen, dass sich die Casinos „ein Bein ausreißen würden“, um die Compliance-Vorgaben zu erfüllen, so die Expertin.

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