, 08.03.2021

Der österreichische Casino-Betreiber Casinos Austria AG (Casag) soll trotz der Corona-Krise im Jahre 2020 Gewinne erzielt haben. Wie österreichische Medien berichten, habe Casag-Chefin Bettina Glatz-Kremsner in einem Pressegespräch am Freitag bestätigt, dass die Casinos zwar „einen höheren zweistelligen Millionenbetrag” verloren hätten. Die Unternehmensgruppe, zu der unter anderem der Online-Glücksspielanbieter Win2day gehört, habe jedoch insgesamt schwarze Zahlen geschrieben.

Wie hoch der Gewinn im Corona-Jahr 2020 konkret geschätzt wird, wurde nicht mitgeteilt. Im Geschäftsbericht für das Jahr 2019 hatte die Casinos Austria AG Bruttospielerträge von rund 321,62 Millionen Euro gemeldet. Des beste Geschäftsergebnis der vergangenen zehn Jahre soll die Casag im Jahr 2017 erzielt haben. Laut dem Statistikportal Statista hätten sich die Bruttospielerträge in dem Jahr auf 330,14 Millionen Euro belaufen.

Geholfen habe ein Restrukturierungsprogramm, mit dem das Unternehmen rund 50 Millionen Euro einsparen wolle. Das sogenannte „ReFIT“-Programm wurde im vergangenen Sommer vorgestellt und sollte eine Reaktion auf die Einbußen durch die Schließungen der Casag-Standorte sein. Das Unternehmen hatte damals im Rahmen des Maßnahmenpakets 600 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet. In den österreichischen Medien war später von 500 gestrichenen Stellen die Rede.

 

„Ein notwendiger Schritt“

 

Das Sparprogramm habe Glatz-Kremsner am Freitag einen „notwendigen Schritt“ genannt. Zwar habe die Managerin eingeräumt, dass der Konzern auf ein solches Programm nicht stolz sein könne, allerdings müsse die Casag „fit für die Zukunft” gemacht werden.

 

Entsprechend hatte sich schon im Juli 2020 Robert Chvátal vom Glücksspiel-Investor Sazka Group geäußert, der die Casag übernommen hatte.

„Wir wollen keine Casinos verkaufen, sondern sie für die Zukunft fit machen. Wir unterstützen die ReFIT-Empfehlung des Expertenteams unter der Leitung von Bettina Glatz-Kremsner, das mehrere Wochen hart an diesem Plan gearbeitet hat.“

Trotz der Neuorientierung befürchte Glatz-Kremsner zukünftig Umsatzrückgänge, die im Zusammenhang mit einer Reform des österreichischen Glücksspielgesetzes stehen könnten. Ein mögliches Werbeverbot für das Lotto, für dass die Casag einen Löwenanteil ihres Werbeetats ausgebe, könne den Umsatz der Lotto-Annahmestellen senken.

 

Dies könne letztlich auch soziale Folgen haben. Ähnlich wie in Deutschland werden durch Lottoeinnahmen in Österreich karitative Projekte unterstützt.