, 15.09.2021

Die Aktien von Macaus Casinos sind am heutigen Mittwoch um bis zu einem Drittel eingebrochen. Damit haben sie, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, rund 14 Mrd. US-Dollar (rund 11,8 Mrd. EUR) an Wert verloren. Grund für den Tauchgang seien Ankündigungen der chinesischen Regierung, die Glücksspielgesetze des Landes einer Revision zu unterziehen.

 

Im nächsten Jahr laufen in Macau die Casino-Lizenzen der Konzessionäre aus. Nun hat die Regierung angekündigt, eine öffentliche Konsultation zur Änderung des geltenden Glücksspielgesetzes einzuleiten. Wie die Glücksspielbehörde von Macau, das Gaming Inspection and Coordination Bureau (DICJ) heute bekanntgab, laufe die Konsultation [Seite auf Chinesisch und Portugiesisch] bis zum 29. Oktober.

Bei der Revision der Glücksspielgesetze stünden laut Lei Wai Nong, dem Sekretär für Wirtschaft und Finanzen der Regierung Macaus, unter anderem die folgenden Punkte im Fokus:

  • die Anzahl der zu gewährenden Spielkonzessionen,
  • die Gültigkeitsdauer,
  • verstärkte Auflagen für die Casino-Betreiber,
  • Schutzmaßnahmen für Casino-Angestellte,
  • eine schärfere Überwachung des Tagesgeschäfts der Casinos,
  • die soziale Verantwortung,
  • ein neues Strafsystem.

Bislang sei Marktbeobachtern zufolge völlig unklar, welche Auswirkungen die angekündigte Revision auf die Casino-Betreiber haben könne. Möglich sei, dass die Regierung die Anzahl der Lizenzen reduziere. Es sei aber ebenso möglich, dass keine Änderungen vorgenommen werden. Unklar sei auch, ob sich die Gültigkeitsdauer der Lizenzen verändern werde.

 

Aktieneinbruch in Erwartung schärferer Restriktionen

 

Investoren jedoch gingen von strikteren Regulierungen in Macau aus. Dementsprechend tief sind die Aktien von Macaus Casino-Betreibern an diesem Morgen gefallen.

 

Ein absolutes Rekordtief hätten die Aktien von Wynn Macau erreicht. Sie seien um 34 Prozent eingebrochen. Die Aktien von Sands China seien um 28 Prozent gefallen. Zusammen mit dem Rückgang der Aktien von Peers MGM China, Galaxy Entertainment, SJM und Melco Entertainment handele es sich um eine Summe von insgesamt 14 Mrd. US-Dollar.

 

Ein Analyst von J. P. Morgan habe Reuters gegenüber erklärt, die Bank habe alle Aktien von Macaus Glücksspielanbietern herabgestuft. Er erklärte:

Wir geben zu, dass dies nur ein „richtungsweisendes“ Signal ist, während das Maß der tatsächlichen Regulierung/Ausführung noch immer ein strittiger Punkt bleibt.

Allerdings hätte allein die Ankündigung der chinesischen Regierung zu Zweifeln bei den Anlegern geführt.

 

Dieser Einschätzung zufolge wäre ein erneuter Anstieg der Aktien nur dann zu erwarten, wenn innerhalb der Konsulationsperiode positive Ankündigungen vonseiten der Regierung erfolgen würden.

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