, 23.10.2020

Casinoonline.de hat in dieser Woche von der digitalen Sportwetten-Konferenz Betting on Sports Europe berichtet. Am Donnerstag ist bei dem Event über die rechtliche Perspektive des wachsenden E-Sport-Wettmarktes diskutiert worden.

 

Verbands- und Industrievertreter unterstrichen dabei die Wichtigkeit, das neue Wettformat in einen regulierten Rahmen zu überführen. Ob und wie dies geschehen könne, sei jedoch nicht immer klar.

 

Enormes Potential von E-Sport-Wetten

 

Raffaela Zillner, Generalsekretärin der Österreichischen Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (OVWG), betonte im Zusammenhang mit der Diskussion über die Zukunft der E-Sport-Regulierung auch die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung des elektronischen Sports in Österreich. Dies habe sich während des Corona-Lockdowns gezeigt.

 

Während der Umsatz der Sportwetten-Branche durch den Ausfall traditioneller Sportwettbewerbe um bis zu 80 % zurückgegangen sei, habe das Interesse an Wetten auf den E-Sport deutlich zugenommen, so Zillner:

„Die Anteile am E-Sport sind bei den Anbietern vom kleinen einstelligen bis weit in den zweistelligen Bereich gewachsen. Der E-Sport hat sich in der Krise als relativ resistent erwiesen (…).“

Auch wenn durch die Corona-Krise einige Veranstaltungen ausgefallen seien, habe der E-Sport den entscheidenden Vorteil genossen, dass Wettbewerbe im Internet hätten stattfinden können.

 

Johannes Nijboer vom Glücksspielkonzern Kindred Group bestätigte das Wachstum des E-Sports aus der Anbieterperspektive. Bereits seit 2014 würden Kindred-Marken E-Sportwetten anbieten. Seitdem sei der Markt Jahr für Jahr gewachsen und habe mit der Corona-Krise eine noch wichtigere Rolle eingenommen.

 

Rechtliche Entwicklung nicht abzusehen

 

Während der Absatz für E-Sport-Wetten in Europa wachse, fänden derzeit nur wenige Länder eindeutige Regelungen für den Markt. Frankreich sei Beispiel für ein Land, in dem spezifische Vorschriften bestünden. Viele andere Staaten blieben bislang untätig.

 

E-Sport-Experte Stuart Tilly erklärte, dass die Regulierung von E-Sport-Wetten in Europa noch immer fragmentarisch sei. Dies hätte das neue Wettformat mit traditionellen Sportwetten gemeinsam. Dass man in Europa rasch zu einer Regulierung der E-Sport-Wetten kommen könne, schloss Tilly aus.

 

Die Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre zeigten, dass in Ländern, in denen Sportwetten noch immer nicht eindeutig reguliert seien, auch für E-Sport-Wetten keine Ausnahme gemacht werde. Unwahrscheinlich sei zudem eine einheitliche Regelung auf innereuropäischer Ebene.

 

Diese Herausforderungen muss der E-Sport lösen

 

Prävention von Spielmanipulationen im E-Sport sei derzeit eine relevante Aufgabe, erklärte Johannes Nijboer. Auch Anbieter müssten daran mitarbeiten, die Integrität der Wettbewerbe sicherzustellen. Hierfür sei eine enge Zusammenarbeit mit den Aktiven notwendig. Ein Mittel sei die Aufklärung und Weiterbildung von Spielern.

Über Spiel- und Wettmanipulationen im E-Sport wurde in der Vergangenheit immer wieder berichtet. So stand erst kürzlich ein Spiel der E-Sport-Turnierserie “NBA 2K20“ im Verdacht, manipuliert worden zu sein.

Ein wesentlich größeres Risiko als in anderen Disziplinen bestehe für Anbieter aber nicht. Wie im traditionellen Sport komme es darauf an, Teams und Spieler zu kennen, unterstrich Stuart Tilly. Die Strategie des Risiko-Managements sei am Ende dieselbe, wie für den Rest des Angebots.

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