, 22.06.2021

Der britische Glücksspielkonzern William Hill könnte schon bald erneut seinen Eigentümer wechseln. Wie die nordirische Zeitung Belfast Telegraph am Montag berichtete [Seite auf Englisch], habe der irische Buchmacher BoyleSports  Interesse am Kauf der berühmten Sportwetten-Markte bekundigt.

 

Mit der Übernahme der knapp 1.400 William-Hill-Wettbüros in Großbritannien würde BoyleSports seinen Fußabdruck im Vereinigten Königreich deutlich vergrößern. Von einer Expansion nach Großbritannien spricht der irische Buchmacher schon seit längerem.

In seiner irischen Heimat betreibt BoyleSports derzeit knapp 250 Wettbüros. In England, Schottland und Wales leitet das Unternehmen insgesamt 21 Wettbüros seiner eigenen Marke. In Nordirland gehören dem Unternehmen insgesamt 45 Wettbüros, inklusive der 33 nordirischen William-Hill-Standorte, die BoyleSports bereits letztes Jahr übernommen hatte.

Eine Übernahme der restlichen britischen William-Hill-Shops rücke nun in greifbare Nähe, weil deren derzeitiger Inhaber, der US-Casino-Gigant Caesars Entertainment, angekündigt habe, seine britischen Standorte abgeben zu wollen.

 

So sei Caesars von Beginn an in erster Linie am US-Geschäft von William Hill interessiert gewesen, habe die britischen Standorte in seinem 2,9 Mrd. GBP schweren Deal aber „mit dazu bekommen“.

 

Ein Deal mit BoyleSports könnte somit eine Win-Win-Situation sein. Gegenüber der Sunday Independent erklärte ein Sprecher des irischen Unternehmens:

BoyleSports wäre sicherlich daran interessiert, einige oder alle der britischen William-Hill-Wettbüros zu erwerben, oder natürlich auch andere Chancen zu nutzen, die für unser Geschäft Sinn ergeben würden. Der Verkauf der William-Hill-Standorte stellt für uns jedoch eine seltene Chance dar, unser umfangreiches Einzelhandels-Ziel zu erreichen.

BoyleSports mache kein Geheimnis darum, seine Präsenz in Großbritannien deutlich ausweiten zu wollen, heißt es weiter. Das Unternehmen sei zudem zuversichtlich, Kunden einen hohen Standard bieten zu können, sowohl im Einzelhandel in den Städten Großbritanniens als auch online.

 

Erbitterter Bieterkampf wahrscheinlich

Der irische Buchmacher dürfte jedoch längst nicht der einzige Interessent für die britischen William-Hill-Wettbüros sein. Wie der Daily Telegraph berichtet, hätten auch die Glücksspielkonzerne 888 Holdings und BetFred sowie der US-Investment-Konzern Apollo Global Management Interesse geäußert.

 

Diese Unternehmen hätten deutlich „tiefere Taschen“, schreibt die Zeitung. Das vergleichsweise kleine Unternehmen BoyleSports könne daher beim Bieten möglicherweise nicht mithalten, es sei denn, es hole sich einen privaten Investor mit ins Bieter-Boot.

 

Ein weiterer denkbarer Ausgang des William-Hill-Verkaufs sei, dass die 1.400 Wettbüros auf mehrere Bieter aufgeteilt würden. Unter wessen Leitung die britischen Standorte künftig operieren werden, bleibt vorerst abzuwarten.

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