, 21.05.2020

Nicht nur Anbieter von Sportwetten beklagen oftmals die aus ihrer Sicht zu hohe Steuerbelastung in Großbritannien. Nun dürfen sich William Hill und GVC Holdings auf eine Steuerrückzahlung in mehrstelliger Millionenhöhe freuen.

 

Bis zu 350 Mio. GBP Rückzahlung

Grund für den Geldsegen ist eine Entscheidung der Steuerbehörde HM Revenue and Customs (HMRC). Diese verzichtet auf die Revision gegen ein Urteil über die fehlerhafte Erhebung von Mehrwertsteuer auf Umsätze mit Glücksspielautomaten.

 

Ein Sprecher von William Hill teilte mit, dass das Unternehmen deshalb Anspruch auf die Rückerstattung von 120 bis 150 Mio. GBP zu viel gezahlter Steuern habe:

Als Ergebnis dieser Ankündigung werden wir mit der HMRC sprechen, um uns über Höhe und Zeitpunkt der Rückzahlung zu verständigen.

Mindestens ebenso große Freude dürfte die Entscheidung bei GVC Holdings ausgelöst haben. GVC hatte bereits vor einigen Monaten verlauten lassen, dass der Konzern im Falle einer rechtsgültigen Entscheidung eine Rückzahlung von rund 200 Mio. GBP erwarten dürfe.

 

Wegweisendes Urteil in Betfred-Prozess

Der jüngsten Entscheidung war eine langjährige Auseinandersetzung zwischen dem Wettanbieter Betfred und der Finanzbehörde vorausgegangen. Dabei ging es um strittige Mehrwertsteuerzahlungen des Glücksspielkonzerns aus den Jahren 2005 bis 2013.

 

Betfred hatte damals erfolgreich die Frage aufgeworfen, warum das Unternehmen Mehrwertsteuer auf seine Umsätze mit Fixed-odds Betting Terminals (FOBT) zahlen musste, während vergleichbare Spiele in Casinos und beim Online-Glücksspiel steuerfrei seien.

Vor der Reduzierung der Einsatzlimits bei den FOBTs im April 2019 zählten diese zu den ertragreichsten Einnahmequellen der Glücksspielkonzerne. Doch nachdem die Regierung die Maximaleinsätze von 100 GBP auf 2 GBP heruntersetzte, gingen die Gewinne der Unternehmen rapide zurück. Als Konsequenz schlossen die Anbieter damals Tausende Shops.

2018 folgten die Richter der Argumentation des Buchmachers, woraufhin diesem ein Steuernachlass in Höhe von 1 Mrd. GBP [Seite auf Englisch] zugesprochen wurde.

 

Die nun ausstehenden Millionenbeträge kommen für William Hill und GVC zur rechten Zeit. Schließlich dürften sie den Konzernen helfen, die Einnahmeverluste aufgrund der reduzierten Wetttätigkeit während der Corona-Krise zu lindern.

 

An den Börsen reagierten die Anleger bereits äußerst erfreut. So schossen die Kurse von William Hill (+ 6 %) und GVC (+ 2 %) unmittelbar nach Bekanntgabe kräftig in die Höhe.

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