Britische Glücksspiel-Kommission überprüft 17 Online Casinos

, January 9, 2018

Union Jack and Big Ben

(Bild: The Independent)

Für die britische Online-Glücksspiel-Branche beginnt das Jahr 2018 mit schlechten Nachrichten, denn wie die britische Glücksspiel-Kommission bekanntgab, überprüft sie ihm Rahmen einer Untersuchung zur Vermeidung von Geldwäsche 17 Online Casinos. Bei fünf von ihnen wird demzufolge die Möglichkeit einer erneuten offiziellen Überprüfung der bestehenden Lizenz erörtert.

 

In Ihrer Mitteilung geht die Behörde nicht auf die Namen der betroffenen Anbieter ein. Doch die vergleichsweise große Anzahl lässt vermuten, dass auch prominente Marken aus der Online Casino-Branche dazugehören könnten.

 

Der Vorwurf: Zu laxe Kontrollen der Kunden

Grund für die verschärfte Kontrolle sind Untersuchungsergebnisse der Kommission, die Verstöße gegen Geldwäsche-Richtlinien und gegen die Grundsätze verantwortungsvollen Spiels nahelegen. In diesem Zusammenhang veröffentlichten die staatlichen Kontrolleure eine Mitteilung, in der sie näher auf die Untersuchungsergebnisse eingehen.

 

Ausgangspunkt war die Kontrolle der Maßnahmen von Betreibern von Online Casinos zur Verhinderung von Geldwäsche und damit zusammenhängender etwaiger Finanzierung terroristischer Aktivitäten. Daneben wurden die Vorkehrungen der Betreiber zur Bekämpfung der Spielsucht näher beleuchtet.

 

Die Ergebnisse waren aus Sicht der Kommission alarmierend. Demnach werden die Kunden-Accounts bei den betroffenen Online Casinos nicht ausreichend geprüft. Dies kann dazu führen, dass insbesondere Geldwäsche nicht wirksam unterbunden wird. Zudem besäßen viele der dafür in den Unternehmen Verantwortlichen entgegen eigener Beteuerung nicht die nötige Qualifikation für eine kompetente Durchführung ihrer Tätigkeit. Das offensichtlich fehlende Interesse mancher Betriebe an den Hintergründen ihrer Kunden samt fehlender Background-Checks stoßen bei den Kontrolleuren zusätzlich auf Unverständnis.

 

Sarah Harrison

Sarah Harrison (Bild: Racing Post)

Auch zeigten viele der bei den Online Casinos beschäftigten Money Laundering Reporting Officers (MLRO) nur wenig Interesse an der Bereitstellung von Informationen, zu denen sie nach dem Gesetz zur Meldung verdächtiger Aktivitäten im Bereich des Online Gamings gesetzlich verpflichtet sind. Die Untersuchung förderte zahlreiche Transaktionen zutage, bei denen die MLROs in den Unternehmen zumindest hätten aufhorchen müssen. Doch anstatt weitere Nachforschungen anzustellen, unterblieben diese oftmals gänzlich. Dieses fehlende Verantwortungsbewusstsein ist einer der schwerwiegendsten Vorwürfe, die die Glücksspiel-Kommission den Online Casinos macht. Sarah Harrison, die Vorsitzende der Kommission, zeigt sich entschlossen.

 

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Glücksspiel-Industrie ihre Kunden wirksam vor Missbrauch schützt und kriminelle Aktivitäten nachhaltig von der Branche fernhält. Die Strategie der Glücksspiel-Kommission hat sich deshalb die Schaffung eines sichereren und faireren Spiels zum Ziel gesetzt. Unsere aktuellen Maßnahmen gegen einzelne Anbieter, bei denen es hinsichtlich des Schutzes vor Geldwäsche zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist zeigt, dass wir äußerst bestrebt sind, unsere Strategie in die Realität umzusetzen.“

 

Sanktionen nicht ausgeschlossen

Nach Auskunft der Kommission sind die Resultate der Untersuchung derart schwerwiegend, dass sie mit sofortiger Wirkung 17 Unternehmen prüft. Ein Schwerpunkt wird dabei auf der Kontrolle der Eignung der betroffenen Anbieter zur Vermeidung der beanstandeten Punkte liegen. Sollte sich herausstellen, dass diese bei einzelnen von ihnen nicht gegeben ist, behält sich die Behörde weitere Maßnahmen vor.

 

Für die britische Glücksspiel-Industrie sind das schlechte Nachrichten, denn der Online-Bereich ist ein wichtiger Faktor. Mit knapp 5,3 Milliarden Euro trugen die Onlineumsätze in 2016 ein gutes Drittel zu den Gesamtumsätzen der britischen Glücksspiel-Branche bei – mit deutlich steigender Tendenz. Die Bedeutung des Onlinegeschäfts samt der hohen Umsätze sind auch der Grund für das gewachsene Interesse der öffentlichen Kontrolleure an den Online Casinos.

 

Zugleich schickte die Kommission eine deutliche Warnung an die Unternehmen, die bei Zuwiderhandlung gegen die staatlichen Richtlinien künftig mit scharfen Sanktionen zu rechnen haben. Die Rekordstrafe von 8,5 Millionen Euro gegen die 888 Casino-Holding von letztem August zeigt deutlich, wie sehr die Regierung die rechtlichen Zügel im Glücksspiel anzieht. Die aktuelle Kampagne der Kontrolleure ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass diese Politik auch in 2018 ohne Abschwächung fortgesetzt werden könnte.

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