UK Gambling Commission verhängt Strafe von 7,8 Millionen gegen 888 Holdings

, September 4, 2017

Sarah Harrison von der UK Gambling Commission

Sarah Harrison von der UK Gambling Commission legt großen Wert auf Spielerschutz und Spielsuchtprävention. (Bildquelle)

Die britische Glücksspielbehörde hat eine Geldstrafe in Höhe von 7,8 Millionen Pfund gegen 888 Holdings verhängt. Eine Summe in dieser Rekordhöhe wurde noch nie einem Anbieter auferlegt. Grund für die Sanktionen gegen 888 sind Versäumnisse beim Umgang mit spielsuchtgefährdeten Kunden. Ermittlungen hatten ergeben, dass der Betreiber gesperrten Spielern trotzdem Zugang zu einer seiner Webseiten gewährt hatte. Die betroffenen Spieler verloren dort in 13 Monaten insgesamt 3,5 Millionen Pfund. Möglich war dies aufgrund eines technischen Fehlers. In einem zweiten Fall hatte ein Spieler mit veruntreutem Geld gespielt und ein auffälliges Spielverhalten gezeigt. In beiden Fällen leitete 888 Holdings zwar keine Gegenmaßnahmen ein, zeigte sich in einem Statement jedoch einsichtig und kündigte an, derartige Vorfälle in Zukunft verhindern zu wollen.

 

Ignorierte Spielersperren bei 7.000 Personen

888 Holdings hat seinen Hauptsitz auf Gibraltar und betreibt unter der Marke 888 Online Casinos, Poker Rooms, Sportwettenportale und weitere Ableger. Wie behördlich vorgeschrieben und zum Zweck des Spielerschutzes unabdingbar, besteht für Spieler, die auffälliges Spielverhalten bei sich beobachten, für alle Seiten von 888 die Möglichkeit der Selbstsperre. Wie die Ermittlungen ergaben, haben sich letztes Jahr rund 7.000 Personen eine solche Sperre auferlegt. Aufgrund eines technischen Fehlers im System wurden sie zwar für das Online Casino, die Poker- und Sportwettenseiten von 888 gesperrt, konnten jedoch über die Bingoplattform immer noch auf ihr Konto zugreifen. Der Fehler wurde 13 Monate lang nicht bemerkt. Auf diese Weise konnten die betroffenen Spieler trotz Sperre mehr als 3,5 Millionen Pfund in diesem Zeitraum umsetzen. In einem Statement der UK Gambling Commission heißt es dazu:

„Obwohl 888 ein System zur Selbstsperre installiert hat, waren die Vorsichtsmaßnahmen nicht ausreichend, um potenziell spielsuchtgefährdete Personen vor Schäden zu schützen.“

Kunde verspielt 1,3 Millionen Pfund

Die Versäumnisse in Bezug auf die Einhaltung der Spielersperren sind jedoch nicht der einzige Anlass für die Glücksspielbehörde gewesen, eine derart hohe Strafzahlung gegen 888 zu verhängen. So hat das Glücksspielunternehmen das auffällige Spielverhalten eines einzelnen Kunden ignoriert, der über einen Zeitraum von 13 Monaten 1,3 Millionen Pfund verspielte, wovon er 55.000 Pfund seinem Arbeitgeber gestohlen hatte. Der Mann platzierte jeden Tag drei oder vier Wetten mit sehr hohen Einsätzen. Aufgrund von Frequenz, Einsatzhöhe und Spieldauer hätte 888 aufmerksam werden und mit dem Kunden in Kontakt treten müssen, sagt die Gambling Commission:

„Angesichts der Frequenz, Dauer und Einsätze hat die mangelnde Interaktion mit dem Kunden seitens 888 zu großen Zweifeln hinsichtlich der Gewährleistung des Spielerschutzes bei 888 geführt.“

Anstatt mit dem Mann in Kontakt zu treten und Nachforschungen über seine finanziellen Verhältnisse anzustellen, ignorierte das Unternehmen die Warnsignale. Sarah Harrison, Geschäftsführerin der Gambling Commission, stellte dazu klar:

„Spielerschutz ist nicht optional. Die Saktionszahlungen in Höhe von knapp 8 Millionen Pfund spiegeln die Schwere der Versäumnisse von 888 wieder, seiner Verantwortung gegenüber gefährdeten Kunden gerecht zu werden.“

Die UK Gambling Commission nimmt ihre Aufgabe sehr ernst und beraumt regelmäßig Untersuchungen an, wenn ein von ihr lizenzierter Glücksspielanbieter gegen die Regeln verstößt, wie etwa jüngst im Fall von undurchsichtigen und den Kunden benachteiligenden Bonusangeboten.

 

Gelder gehen in Spielsuchtprävention

Die Strafe in Höhe von 7,8 Millionen Pfund setzt sich zusammen aus 3,5 Millionen Pfund Rückzahlungen an jene 7.000 Spieler, die sich ursprünglich selbst gesperrt hatten. Weitere 62.000 Pfund an Schadensersatz werden dem betrogenen Arbeitgeber erstattet. Darüber hinaus muss 888 Holdings 4,25 Millionen Pfund an wohltätige Zwecke spenden, die sich der Prävention und Bekämpfung von Spielsucht verschrieben haben. Kommissionschefin Sarah Harrison will außerdem sichergehen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden:

„Das Sanktionspaket gegen 888 soll sicherstellen, dass die betroffenen Spieler nicht benachteiligt werden und dass der Betreiber in Form der Bereitstellung von Geldern für die Spielsuchtprävention- und Bekämpfung den Preis für seine Nachlässigkeit zahlt.“

Die Gambling Commission hat darüber hinaus eine unabhängige Prüfung in Auftrag gegeben, bei der die Prozesse von 888 in Bezug auf Spieler- und Kundenschutz untersucht werden sollen.