, July 23, 2019

Die britische Glücksspielbehörde (UKGC) teilte den Abgeordneten kürzlich mit, dass das Angebot an In-Game Items wie FIFA Packs und Lootboxen zurzeit nicht überwacht werde, denn es gebe keinen offiziellen Weg, die Objekte, die sich in den Boxen befänden, zu monetarisieren.

 

Damit die Items, die die Spieler in den Beuteboxen erwürben, unter die Glücksspielgesetzgebung fallen könnten, müsse der Preis entweder Geld sein oder einen bestimmten Geldwert haben.

 

Die britische Glücksspielregulierungsbehörde teile die Besorgnis über Beuteboxen in Videospielen. Die aktuellen Gesetze erschwerten es jedoch, sie als Glücksspiel zu definieren.

 

Problematisch hierbei könnte die Tatsache sein, dass es nicht autorisierte Webseiten von Drittanbietern gibt, auf denen mit den Objekten gehandelt wird. Brad Enright, der Programmdirektor der UKGC, äußerte sich hinsichtlich dieses Marktes:

„Es gibt zweifellos Nachfrage nach einem Sekundärmarkt.“

Er fügte hinzu, dass die Kommission dazu bereit sei, die Produkte zu regulieren. Dies setze allerdings eine Änderung des Gesetzes voraus.

 

Spielehersteller in der Pflicht

Enright sagte jedoch, dass Maßnahmen gegen Spielehersteller ergriffen werden könnten, die nur unzureichend Verkäufe gegen Bargeld auf Webseiten von Drittanbietern verhinderten.

 

Als Beispiel führte er das Spiel Counter-Strike: Global Offensive an:

„Das beliebte Spiel Counter-Strike: Global Offensive ist das Spiel, zu dem wir die meisten Anfragen haben. Wir standen im Dialog mit der Valve Corporation [die das Spiel veröffentlicht]. Wir haben ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Spiele gelenkt, die die britischen Verbraucher, einschließlich Kinder, auf diesen Webseiten spielen. Sie haben diese geschlossen.“

Er fügte hinzu, dass dieser Ansatz bei Weitem nicht ausreichend sei. Es liege in der Verantwortung der Hersteller, sich mit dem Nebenprodukt ihrer Spiele ebenso zu befassen, denn schließlich hätten sie die Situation geschaffen.

 

Enright sagte weiter, dass die Spielehersteller Webseiten von Drittanbietern wegen Verletzung des Urheberrechts einfach schließen lassen könnten. Allerdings warteten Unternehmen wie Valve darauf, dass die Aufsichtsbehörde sich um diese Fälle kümmere, anstatt Eigeninitiative zu ergreifen.

 

Ian Lucas, ein weiteres Mitglied des Komitees, stellte das Verantwortungsbewusstsein der Spieleentwickler in Frage und sagte:

“Wenn Unternehmen wie EA das Glücksspiel nicht fördern wollen, warum nutzen sie dann weiterhin Lootboxen? Man muss bedenken, dass Kinder diese Spiele spielen, und ich habe den Eindruck, dass hierdurch ein Verständnis des Prozesses entwickelt wird, der dem Glücksspiel sehr nahe kommt, und das macht mir Sorgen. Mir scheint, dass es EA Geld einbringt.“

Lootboxen: Eltern sind besorgt

Auch wenn die britische Glücksspielkommission Lootboxen in Videospielen aufgrund fehlender rechtlicher Befugnis zurzeit nicht regulieren kann, äußern Eltern vermehrt ihre Besorgnis zu den In-Game Items.

 

Dutzende Eltern berichten darüber, dass ihre Kinder Hunderte Pfund Sterling in den Erwerb von Lootboxen investiert hätten und betitelten den Vorgang als eine Form des Glücksspiels, denn das zu erwerbende Objekt unterliege dem Zufallsfaktor. Kinder würden erneut einen Kauf tätigen, in der Hoffnung, das gewünschte Item zu erhalten.

 

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Kinder investieren mitunter viel Geld in Lootboxen. (Bild: pixabay.com)

Erst vergangene Woche berichtete die BBC [Seite auf Englisch] darüber, dass Kinder das elterliche Bankkonto geplündert hätten, um FIFA auf der Nintendo Switch zu spielen.

 

Knapp 550 Pfund Sterling sollen die Kinder in Player-Packs investiert haben.

 

Indes erklärte sich Nintendo damit einverstanden, das Geld zurückzuerstatten und die erworbenen Spieler aus dem Account zu entfernen.

 

EA wollte zu diesem Fall keine Stellung beziehen, machte aber auf seinen Leitfaden zur Ausgabenbegrenzung [Seite auf Englisch] aufmerksam, die die Eltern aktivieren könnten. So sei es Kindern nicht mehr möglich, ohne das Wissen der Eltern Käufe vorzunehmen.

 

Lootboxen: Länder positionieren sich unterschiedlich

Die Positionen der Länder in Bezug auf Lootboxen variieren. Während die britischen Politiker sich noch nicht darüber einig sind, ob Beuteboxen die Kriterien des Glücksspiels erfüllen, werden die In-Game Items in anderen Ländern mit dem Glücksspiel gleichgesetzt und sind teilweise verboten.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Meinungen könnte noch viel Zeit ins Land gehen, bis es zumindest im europäischen Raum eine einheitliche Gesetzgebung zu den Lootboxen geben wird.

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