, 21.10.2019

Der britische Lotteriebetreiber Camelot hat sich entschieden, keine 10 Pfund Sterling teuren Rubbellose mehr zu verkaufen. Als Grund für die Entscheidung wird ein besserer Schutz der Spieler angegeben.

 

Ein Sprecher des Lotterietreibers gab als Begründung für die Entscheidung folgendes an:

Diese Gefahr wurde durch einen Bestandteil unseres Programms zum Spielerschutz entdeckt. Dazu gehören Untersuchungen, Umfragen unter Spielern und das Design der Spiele. Unsere Entscheidung zum Stopp des Verkaufs von 10 Pfund-Rubbellosen basiert auf Überlegungen zum Schutz der Spieler.

Camelot hat eigenen Angaben zufolge die Verkaufsstellen der Rubbellose angewiesen, sämtliche 10 Pfund Sterling-Tickets aus dem Verkehr zu ziehen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, dass alle bereits verkauften Lose ihre Gültigkeit behielten.

 

Noch sind Millionengewinne möglich

Losanbieter National Lottery (Bild: national-lottery.co.uk)

Nach Camelots Angaben fallen darunter auch die Lose einiger Millionenziehungen. Dazu zählen zwei Gewinne in Höhe von 4 Millionen Pfund Sterling sowie ein 2 Millionen Pfund Sterling schwerer Hauptpreis. Besitzer von siegreichen Losen hätten nun 180 Tage Zeit, ihre Gewinne bei Camelot anzumelden.

 

Die Einsätze der Rubbellose reichten in der Vergangenheit von 1 bis 10 Pfund Sterling. Nachdem der bisherige Maximalbetrag aus dem Programm genommen wurde, liegt der Preis für das teuerste Rubbellos jetzt bei 5 Pfund Sterling. Darüber hinaus haben Kunden die Wahl, ob sie 2 oder 3 Pfund Sterling setzen wollen.

In Großbritannien zählen Rubbellose zu den beliebtesten Lotteriespielen. So lag der Gesamtumsatz der online und offline verkauften Lose im vergangenen Jahr bei über 3,1 Milliarden Pfund Sterling. Die Lizenz für die Ausgabe der Lose liegt bei dem Anbieter Camelot, der ebenfalls die nationale Lotterie (National Lottery) betreibt. Die von der Glücksspielaufsicht vergebene Lizenz läuft noch bis zum Jahr 2023.

Camelot gibt keine Daten dazu heraus, wie hoch der Anteil der 10-Pfund Sterling Lose war. Allerdings ergaben in der Vergangenheit Umfragen der britischen Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission (UKGC) [Seite auf Englisch], dass ein großer Teil der Spieler bei den Rubbellosen mit Einsätzen zwischen 1 und 3 Pfund Sterling spiele.

 

Gefährdete setzten häufiger auf die teuren Lose

Der Lotterietreiber hob hervor, dass die Spielsuchtgefahr unter Lottospielern vergleichsweise wenig verbreitet sei: Während Experten davon ausgingen, dass der Anteil der Spielsüchtigen im gesamten Glücksspielbereich bei bis zu 3 % läge, seien es bei den Lotterien lediglich 1 %.

 

Allerdings habe der Anteil der gefährdeten Spieler bei den teuren Losen signifikant höher gelegen. Der Rückzug des 10 Pfund Sterling-Loses sei deshalb als vorbeugende Maßnahme zu verstehen, um Spieler mit einem problematischen Glücksspielverhalten nicht zusätzlich zu gefährden.

 

Camelot äußerte sich dazu in einem Statement:

Ein Teil unserer kontinuierlichen Arbeit [zum Schutz der Spieler] ist, sicherzustellen, dass alle unsere Spieler auf eine gesunde und angenehme Weise spielen können.

Camelot versuchte schon in der Vergangenheit, die Spielsuchtgefahr für bestimmte Spielergruppen zu verringern. So wurde erst im letzten Sommer diskutiert, das Mindestalter für den Kauf der Rubbellose von 16 auf 18 Jahre anzuheben. Diese Einschränkung wurde bisher jedoch noch nicht in die Tat umgesetzt.

 

Keine nennenswerten Einnahmeverluste erwartet

Der prognostizierte Umsatzverlust durch den Selbstverzicht scheint sich nach Angaben der Betreiber in Grenzen zu halten. So wird erwartet, dass die Einnahmen und damit auch die Beiträge, die die Rubbellose zur Unterstützung wohltätiger Zwecke aufbringen, voraussichtlich nur geringfügig sänken.

 

Kurz nach der Ankündigung Camelots hat auch die UKGC Stellung zum Rückzug der teuren Lose bezogen:

Nach eingehender Bewertung der Tatsachen haben die Kommission und der Lizenzinhaber vereinbart, dass alle 10 Pfund kostenden Rubbellose aus dem Verkauf genommen werden, bis wir sicher sind, dass die Risiken für unsere Dienstpflichten abgeschwächt wurden.

Ein Sprecher der Glücksspielkommission begrüßte deshalb die Entscheidung, da auf diese Weise ein weiterer Beitrag zu Reduzierung der Spielsuchtgefahr geleistet würde.