Montag, 03. Oktober 2022

Königin Elizabeth II ist tot: Britische Sportwelt trauert um die Monarchin

Königin Elizabeth II Königin Elizabeth II war für ihre Leidenschaft für den Pferderennsport bekannt. (Bild: shutterstock.com)

Die britische Monarchin Königin Elizabeth II. ist gestern Nachmittag im Alter von 96 Jahren im Kreise ihrer Familie auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral verstorben. Nach dem Tod der Queen wurden alle Sport- und Pferderenn-Veranstaltungen abgesagt und eine zehntägige Staatstrauer ausgerufen, berichtete The Guardian [Seite auf Englisch] am Donnerstagabend. Die Königin war eng mit dem britischen und internationalen Pferderennsport verbunden.

Nach der Bekanntgabe ihres Todes sagten die Verantwortlichen des britischen Pferderennsports alle Veranstaltungen für Freitag ab, um der verstorbenen Monarchin die letzte Ehre zu erweisen. In einem Statement erklärte die British Horseracing Authority:

Der gesamte britische Rennsport trauert heute um Ihre Majestät die Königin. Ihre Majestät war eine der größten und einflussreichsten Unterstützerinnen in der Geschichte des Pferderennsports. Ihre Leidenschaft für den Rennsport und das Rennpferd war zeitlebens ungebrochen.

Es sei daher richtig, dass alle Rennen ausgesetzt würden, um den Tod Ihrer Majestät zu betrauern. Die Pferderenn-Branche werde sich an ihr außergewöhnliches Leben und ihren Beitrag zum Sport erinnern.

Queen Elizabeth und ihre Passion für den Pferderennsport

Die wahre Leidenschaft der Queen galt dem Pferderennsport. Im Alter von drei Jahren soll sie zum ersten Mal ein Pferd geritten haben und soll sofort begeistert gewesen sein. Als sie 1952 den Thron bestieg, erbte sie die Zucht- und Rennpferde ihres Vaters König Georg VI.

Das Video [Clip auf Englisch] beschreibt das Engagement der Königin im Pferderennsport:

Es gibt viele Bilder der Queen von Royal Ascot. Von der königlichen Tribüne aus verfolgte die Monarchin die Rennen. Die Königin hatte als Besitzerin von Rennpferden fast 2.000 Gewinner. Bei den Rennen trugen ihre Jockeys stets Purpur, Gold und Scharlachrot, die Farben der legendären königlichen Rennseide, die auch ihr Vater und Urgroßvater, König Edward VII., trugen.

Einer der berühmtesten Siege für den Rennstall der Königin kam 2013 in Royal Ascot, als Estimate als erstes Pferd im Besitz einer amtierenden Monarchin den prestigeträchtigen Gold Cup gewann.

Die Queen soll beobachtet worden sein, wie sie begeistert geklatscht habe, als der Jockey Ryan Moore vor 61.000 Zuschauern den Sieg errang. Michael Stoute, der die Pferde der Königin trainiert hat, sagte, dass das Gewinnen von Rennen ihr einen „besonderen Nervenkitzel“ beschere.

In der BBC-Dokumentation The Queen’s Racehorses: A Personal View [dt.: Die Rennpferde der Queen: Eine persönliche Sichtweise] sagte die Queen:

Meine Philosophie in Bezug auf den Rennsport ist einfach. Mir macht es Spaß, ein Pferd zu züchten, das schneller ist als ein Pferd anderer Leute. Und für mich ist das schon immer ein Glücksspiel gewesen. Ich gehe gerne zu Rennen, aber im Grunde genommen liebe ich Pferde, und das Vollblut ist für mich der Inbegriff eines wirklich guten Pferdes.

Queen auf einem Pferd

Die Queen war seit ihrer Kindheit von Pferden begeistert. (Bild: flickr.com, Buckingham Palace)

Alle Sportveranstaltungen für heute abgesagt

Alle Spiele der Football League am Freitag und der dritte Tag des St. Leger-Pferderennens in Doncaster seien abgesagt worden. Die schottische Profifußballliga teilte in einer Erklärung mit, dass das für Freitagabend angesetzte Spiel zwischen den Cove Rangers und Dundee verschoben worden sei.

Das Spiel von Arsenal gegen den FC Zürich hatte bereits begonnen, als die Nachricht vom Tod der Königin bekannt gegeben wurde. Zur Halbzeit gab es eine Schweigeminute. Auch im Old Trafford gab es vor dem Anpfiff eine Schweigeminute.

Die Spieler von Manchester United und von Real Sociedad trugen schwarze Armbinden. Die Flaggen in Old Trafford waren auf Halbmast gesetzt. Für eine Absage des Spiels sei es bereits zu spät gewesen, da die Fans bereits ihre Plätze im Stadion eingenommen hätten.

Die Queen und ihr Einsatz für den Sport

Die Queen war bei mehreren großen Sportveranstaltungen zugegen. Sie überreichte dem englischen Kapitän Bobby Moore die Jules-Rimet-Trophäe, als die englische Fußballnationalmannschaft 1966 im Wembley-Stadion die Fußball-WM der Männer gegen Westdeutschland gewann.

Sie saß in der Royal Box auf dem Centercourt in Wimbledon, als die britische Spielerin Virginia Wade 1977, im Jahr des hundertjährigen Bestehens der Meisterschaft, den Titel im Dameneinzel gewann.

Vertreter der Sportverbände würden sich heute treffen, um zu entscheiden, ob der Spielbetrieb am Wochenende wieder aufgenommen werden solle. Dies werde auch von der Stimmung in der Öffentlichkeit abhängen.

Einige Vertreter der Premier League hätten zu Bedenken gegeben, dass keine polizeilichen Ressourcen beansprucht werden sollten. Andere hielten eine längere Trauerzeit für angemessen. Es ist demnach möglich, dass die Spiele am Wochenende verschoben werden.

Sicher ist, dass alle Sport- und Pferderennveranstaltungen am Tag der Beerdigung der Queen ausgesetzt sein werden. Diese ist nach Ende der zehntägigen Trauerzeit vorgesehen.