, 18.09.2021

Die britische Königsfamilie pflegt seit jeher ihre Passion für den Pferderennsport. In diesem Jahr läuft es in dieser Hinsicht für Queen Elizabeth II besonders gut. Ihre Rennpferde haben bereits bei 32 Rennen (30 Flachrennen und 2 Hürdenrennen) den Sieg geholt und das royale Vermögen um weitere 460.000 GBP erhöht.

 

Mehr erste Plätze als je zuvor

Wie britische Medien Anfang der Woche berichteten [Seite auf Englisch], sei das Jahr 2021 in Bezug auf die erzielten Siege für die Queen damit ein neues Rekordjahr. Ihren letzten Rekord hatte die Queen laut Angabe der Statistik der Racing Post im Jahr 2019 aufgestellt. Damals schafften ihre Pferde es bei 29 Flachrennen auf den ersten Platz und brachten ihr damit insgesamt 542.543 GBP Preisgeld ein.

 

Ihren Preisgeld-Rekord hingegen stellte die Queen im Jahr 2017 auf, als sie mit nur 23 gewonnenen Flachrennen insgesamt 557.650 GBP kassierte. Vor Saisonende im Oktober werden die Pferde der englischen Königin noch an 16 Rennen teilnehmen, inklusive dem traditionellen Saison-Abschlussrennen Vertem Futurity Trophy in Doncaster.

 

Seit 1988, dem Jahr, in dem die Queen als Rennpferd-Besitzerin in den Sport einstieg, haben ihre Pferde insgesamt 1.600 Rennen und ein summiertes Preisgeld von 6,7 Mio. GBP gewinnen können.

Die Leidenschaft für den Pferderennsport wurde der Queen praktisch in die Wiege gelegt. Schon ihre royalen Vorfahren, darunter King Henry VIII und King James I frönten dem elitären Sport. Nach Beendigung des Bürgerkriegs im Jahr 1654 verbat Staatsoberhaupt Oliver Cromwell den Sport jedoch. Nach seinem Tod 1658 kehrte Charles II zurück auf den Thron und legalisierte den Pferderennsport im Jahr 1664.

 

Anfang des 18. Jahrhundert sorgte Queen Anne schließlich dafür, dass der Sport einen neuen Stellenwert erreichte: Sie etablierte 1711 das Royal-Ascot-Rennen, an welchem sich alle nachfolgenden Monarchen beteiligten.

 

Queen Elizabeth II hat bereits seit früher Kindheit mit Pferden zu tun. Ihr erstes Shetland-Pony erhielt sie im Alter von vier Jahren. Zum Zeitpunkt ihres 18. Geburtstags war sie bereits eine erfahrene Reiterin.

Große Hoffnung in Reach for the Moon

Ob die Queen neben dem Sieg-Rekord damit auch einen neuen Preisgeld-Rekord erzielen kann, bleibt abzuwarten. Alle Hoffnungen würden Experten zufolge derzeit auf das zweijährige Hengstfohlen Reach For The Moon gesetzt, der bislang fast immer von dem bekannten Rekord-Jockey Frankie Dettori geritten wurde.

 

Laut Jamie Lynch, Rennexpertin bei Sky Sports, gelte Reach For The Moon aktuell als besonders wertvoll im Pferderennsport.

Ganz plötzlich ist er zum wertvollsten Besitz im Rennsport geworden, wenn es darum geht, wen er repräsentiert, wie er sich entwickelt und in Bezug auf die Bedeutung des Klimas, in dem er rennt. Der Rennsport ist voll von Kalkulationen und wir hören so etwas immer wieder, aber wenn es eines gibt, worauf der Rennsport hoffen darf, dann ist es, dass dieses Pferd, Reach For The Moon, beim Epsom nächstes Jahr als 4,0 oder 5,0 Favorit antritt.

Das seit 1780 ausgetragene Traditionsrennen Epsom Derby (auch Derby Stakes genannt) ist das einzige britische Rennen, welches die Queen noch nie gewonnen hat. Ob der Sieg im Juni nächsten Jahres erstmals gelingen wird, bleibt abzuwarten. Die Rennstatistik von Reach For The Moon scheint indes vielversprechend.

 

Von den fünf Flachrennen, an denen er bisher teilgenommen hat, holte er zweimal den Sieg und dreimal den zweiten Platz. Die Chancen könnten also gut stehen, dass der dann dreijährige Hengst der Queen 2022 endlich den begehrten Epsom-Titel bescheren könnte.