, February 11, 2019

Ein 37-jähriger Casinobesucher wurde am frühen Samstagmorgen vor dem Grosvenor Casino in Glasgow von zwei Unbekannten angegriffen und schwer verletzt. Der Mann erlitt Stichverletzungen in Torso und Rücken, konnte sich allerdings nach Hause retten und einen Notarzt alarmieren.

 

Ein Motiv für die Tat wurde bisher nicht genannt.

 

Die Polizei in Glasgow fahndet nun nach den Tätern und ruft die Öffentlichkeit dazu auf, sich mit möglichen Hinweisen bei den Behörden zu melden.

 

Es war die zweite Messerattacke auf Glasgows Straßen innerhalb weniger Wochen. Bereits Ende Januar hatten Medien darüber berichtet (Link auf Englisch), dass ein 18-Jähriger von zwei Männern brutal angegriffen und mit einem Messer verletzt wurde.

 

Großbritannien und die Messerattacken

 

Nicht nur schottische Städte scheinen derzeit ein Problem mit Messerattacken zu haben. Auch in England sind Attacken mit Messern ein vorherrschendes Thema, mit dem sich Bevölkerung und Strafverfolgungsbehörden auseinandersetzen müssen.

 

Empire Casino bei Nacht

Das Empire Casino in London wurde bereits zum Tatort. (Quelle: Flickr)

Wie die Londoner Metropolitan Police mitteilte, sind Angriffe mit Messern im Jahre 2018 in der englischen Hauptstadt um 16 % gestiegen. Allein bis April 2018 registrierten die Londoner Behörden 1.299 Messerattacken.

 

Die Opfer dieser Angriffe sind häufig selbst in Gangs involviert. Mitunter werden aber auch Unbeteiligte wie Casinoangestellte und Casinobesucher Ziel der Attacken.

 

So wie ein Mitarbeiter des Empire Casinos in London. Roulette-Croupier David Downes befand sich im Sommer 2018 bei der Arbeit, als ein Mann das Casino betrat und wiederholt auf den wehrlosen Downes einstach.

 

Der Casinomitarbeiter überlebte die Attacke zwar, musste sich allerdings mehreren Operationen unterziehen, die sein Leben retteten. Über den Grund für die Tat wurde nichts bekannt.

 

Ein ähnlicher Zwischenfall ereignete sich im Dezember 2018 in Wolverhampton. Nachdem ein 85-jähriger ein Wettbüro des Sportwettenanbieters Paddy Power betrat, begann der Mann mit einem Messer auf einen 82-jährigen Besucher einzustechen und verletzte ihn dabei schwer an der Hand.

 

Ein noch schlimmeres Schicksal ereilte einen in Birmingham lebenden Sudanesen, der im Sommer 2018 von einem befreundeten Arzt in einem Wettbüro der Marke Paddy Power enthauptet wurde. Hintergrund des Angriffs war eine paranoid-schizophrene Störung des Täters.

 

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Messerattacken vor Spielhallen und Casinos

 

Obwohl Spielhallen, Spielcasinos und deren Umfeld dank Sicherheitspersonal und Kameraüberwachung als sichere Orte gelten, ereignen sich auch in Deutschland immer wieder Straftaten mit Glücksspielbezug.

Das sagt die polizeiliche Kriminalitätsstatistik zu Straftaten mit Glücksspielbezug

Die aktuelle (deutschlandweite) polizeiliche Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2017 befasst sich explizit mit der Zahl von Raubüberfällen auf Spielhallen. Sie lag im Jahr 2017 bei 591 und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 6.6 % zurückgegangen.

 

Gleichzeit ist allerdings auch die Aufklärungsquote für Straftaten dieser Art gesunken. Sie lag im Jahre 2016 bei 51 % und schrumpfte im Jahre 2017 auf 42 %.

 

Die Zahl der gemeldeten Diebstähle an Spielautomaten wurde im Jahre 2017 mit 15.625 beziffert und ging damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13.6 % zurück.

 

Unter den deutschen Großstädten finden die meisten Straftaten mit Glücksspielbezug in Berlin statt.

Ein prominenter Fall wurde im Sommer 2017 vor dem Landgericht Hamburg verhandelt. Einer Vietnamesin wurde zur Last gelegt, eine Bekannte nach einem Besuch im Hamburger Casino Esplanade mit einem Messer angegriffen und so schwer verletzt zu haben, dass der Frau im Krankenhaus ein Teil ihrer Hand amputiert werden musste.

 

Als Motiv für die Tat nahm die Staatsanwaltschaft das Eintreiben von Spielschulden an.

 

Die Angeklagte, die wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes vor Gericht stand, äußerte hingegen, sie habe ihre Freundin nur erschrecken wollen.

 

Berlin, die Hauptstadt der glückspielbezogenen Gewalttaten

 

Gewalt- und Vermögensdelikte im Zusammenhang mit Glücksspiel finden in Berlin häufiger statt. Kein Wunder: Insgesamt gibt es in der deutschen Hauptstadt über 470 lizenzierte Spielhallen und mehr als 2500 Cafés und Kneipen, in den Spielautomaten aufgestellt sind.

 

Wurfmesser auf Block

Raubüberfälle mit Waffen nehmen in Berlin zu (Quelle: Flickr)

Ein passendes Ziel fand ein 42-jähriger Kroate, der im Herbst 2018 vor dem Berliner Landgericht angeklagt war, weil er die Automaten eines Spielcasinos aufgebrochen und mehr als 21.000 Euro entwendet haben soll.

 

Dem Bauarbeiter, der mit weiteren Komplizen unterwegs war, wurde außerdem vorgeworfen, während der Tat eine Mitarbeiterin der Einrichtung mit einem Messer und einer Pistole bedroht und verletzt zu haben.

 

Mit einem Messer ging auch ein Täter vor, nach dem die Polizei seit dem 08. Februar 2019 fahndet. Der unbekannte Räuber hatte eine Spielhalle in Berlin-Gesundbrunnen überfallen, die 52-jährige Angestellte bedroht und dazu gezwungen, ihm den Inhalt der Ladenkasse auszuhändigen. Anschließend floh der Täter mit seiner Beute zu Fuß.

 

Schlechte Aufklärungsquoten

 

Dass Casino-Räuber dieser Art in Berlin trotz öffentlicher Fahndung dingfest gemacht werden, ist keine ausgemachte Sache. Laut der Kriminalitätsstatistik Berlin 2017 liegt die Aufklärungsquote bei Überfällen auf Spielhallen bei gerade einmal 40.8 %.

 

Insgesamt nahm die Zahl der Raubüberfälle auf Spielhallen deutlich zu. Während allein in Berlin 2016 41 Fälle registriert wurden, waren es 2017 49 Fälle. Dies ist eine Steigerung von beinahe 20 %.