, 12.10.2016

Trump Taj Mahal

Der letzte Vorhang ist gefallen. Das achte Weltwunder, das Trump Taj Mahal Casino and Resort war nach 26 Jahren nicht mehr zu retten und musste am Montag seinen Betrieb endgültig einstellen! (Bild: wikimedia.org)

Vor 26 Jahren hatte der heutige Präsidentschaftskandidat Donald Trump sein Trump Taj Mahal Casino eröffnet. Damals nannte er das Haus, welches 1 Milliarde Dollar gekostet hatte, das achte Weltwunder.

 

Geht es nach den Weltwundern, ist nun wieder die alte Zahl von Sieben hergestellt. Denn das Trump Taj Mahal in der US-Glückspielhochburg Atlantic City stellte am Montag nach monatelangem Streik den Betrieb endgültig ein.

 

Die Casino- und Hotelanlage beschäftigte zuletzt etwa 3.000 Mitarbeiter. Das Casino ist zudem die fünfte Spielbank, die in Atlantic City in den vergangenen drei Jahren geschlossen werden musste.

 

Donald Trump hatte das Casino im Jahr 1990 mit großem Rummel eröffnet. Zur Eröffnung kamen Promis wie Pop-Legende Michael Jackson sowie 75.000 Glücksspiel-Fans. Doch schnell wurde das Taj Mahal zum finanziellen Flop. Insgesamt wurden vier Insolvenzanträge für Firmen aus Trumps Casino-Imperium gestellt.

 

Trump hatte sich 2009 aus dem Glückspielgeschäft in Atlantic City zurückgezogen

 

Trump selbst zog sich 2009 weitgehend aus dem Glückspielgeschäft in Atlantic City zurück und verkaufte an eine Venture Capitalist-Gruppe mit dem Namen Trump Entertainment. Fünf Jahre später war auch Trump Entertainment bankrott und Trump selbst wollte, dass sein Name vom Taj Mahal entfernt werde, da es seinen guten Ruf beschädigen würde. Seine letzten Anteile gab Trump trotzdem erst im März dieses Jahres im Zuge einer Umstrukturierung ab.

 

Sein Freund, der New Yorker Hedgefonds-Investor Carl Icahn hatte das Casino übernommen. Er steckte 350 Mio. Dollar in das Projekt. Trotzdem musste er vor gut zwei Monaten die Sanierung für gescheitert erklären. Viele der 3.000 Angestellten des Trump Taj Mahals hatten seit Juli gegen die Schließungs-Pläne gestreikt. Sie glaubten, dass die Schließung nur ein Manöver sei, um die Gewerkschaft loszuwerden. Zudem mussten sie wegen dem Sparkurs von Icahn auf Pensionszusagen und Krankenversicherungen verzichten.

 

Mitarbeiter haben die Stellung gehalten und den Krieg gewonnen

 

Der Hauptgrund für die endgültige Schließung, war die Tatsache, dass man sich nicht mit den Mitarbeitern einigen konnte. Icahn erklärte am Montag:

“Heute ist ein trauriger Tag für Atlantic City. Wie viele der Mitarbeiter des Taj Mahal hätte ich mir auch gewünscht, dass sich die Dinge anders entwickelt hätten.“

Marc Scittina, ein Casino Mitarbeiter der ersten Stunde sagte:

„Wir haben die Stellungen gehalten gegen einen Milliardär, der uns alles nehmen wollte. Sie haben uns unsere Rente sowie unsere Krankenversorgung genommen und sie haben uns zu viel arbeiten lassen. Dieser Krieg wurde schon zwei Jahre geführt.“

 

Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat [Seite auf Englisch] Donald Trump hatte sich vor kurzem in einem Interview zu dem Fall zu Wort gemeldet:

„Ich war mir sicher, dass die Casino-Führung einen Deal mit den Mitarbeitern hinbekommen würde. Ich kann es kaum glauben, dass beide Parteien nicht zu einer Einigung gekommen sind.“

 

Kooperation mit Ultimate Bet und Wiedereröffnung des Poker Room helfen nicht

 

Erst im Mai 2016 war der Poker Room im Taj Mahal wiedereröffnet wurden. Icahn hoffte, dass damit die Krise überwunden sei. Nach einer Finanzspritze hatte der Milliardär Icahn seinen Einfluss in New Jersey geltend gemacht und Steuererleichterungen für das angeschlagene Casino erhalten. Im Februar 2015 war der Pokerraum geschlossen worden.

 

Im Juli 2013 hatte man noch auf eine Partnerschaft des Taj Mahal mit dem US Online Poker Anbieter Ultimate Poker gesetzt. Doch auch diese Kooperation konnte die Spielbank nicht retten. Laut der Facebook Seite der Spielbank können Spielgutscheine und Casino Chips aus dem Taj Mahal im Tropicana Atlantic City eingelöst werden.

 

Der Casinowirtschaft im Bundesstaat New Jersey geht es seit Jahren nicht sehr gut. Im Jahr 2006 konnte die Glücksspiel Metropole noch einen Umsatz von 5 Milliarden Dollar machen. Knapp zehn Jahre später hat sich der Umsatz mehr als halbiert. Das Atlantic Club Casino, das Showboat AC, das Revel und das Trump Plaza Hotel and Casino machten allesamt in 2014 dicht. Somit gingen in den vergangenen zwei Jahren etwa 11.000 Arbeitsplätze in der Casinobranche in der Küstenstadt verloren. Aktuell gibt es nur noch sieben Casinos in Atlantic City.