Sonntag, 02. Oktober 2022

Niederlande: Buchmacher Futgamer wegen illegaler Angebote abgestraft

EA FIFA virtueller Spieler

Auch in diesem Jahr greift die niederländische Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hart gegen unlizenzierte Online-Glücksspiel-Anbieter durch. Die erste Strafe des Jahres 2021 in Höhe von 600.000 Euro hat nun das auf Curaçao ansässige Glücksspiel-Unternehmen Virtual Coin Gaming N.V. erhalten.

Wie die KSA am Freitag auf ihrer Webseite erklärt hat [Seite auf Niederländisch], habe das Unternehmen über die Plattformen futgalaxy.nl und später nl.futgamer.com Spielern aus den Niederlanden verschiedene sportbasierte Glücksspiele zur Verfügung gestellt.

Bei Futgamer handelt es sich nicht um einen typischen Online-Buchmacher. Die Plattform unterscheidet sich vor allem dadurch, dass Spieler statt Echtgeld vorwiegend FIFA-Münzen (FUT Coins) oder CS: GO Skins und Items einzahlen. Echtgeld kann jedoch als dritte Alternative ebenfalls direkt eingezahlt werden.

Mit den drei „Währungen“ können Spieler gewöhnliche Sportwetten abschließen, Lootboxen erwerben und andere Sofortspiele nutzen. Gewinne und Auszahlungen beschränken sich auf FUT Coins und CS: GO Skins/Items, die auf den Ultimate Team- bzw. Steam-Account des Spielers übertragen werden.

Die KSA erinnert daran, dass Online-Glücksspiele in den Niederlanden derzeit noch grundsätzlich illegal sind. Im Falle von Futgamer sei jedoch eindeutig gewesen, dass sich der Anbieter speziell an Spieler aus den Niederlanden gewandt habe.

Die Webseiten seien unter dem länderspezifischen URL-Code „nl“ erreichbar und in niederländischer Sprache verfasst gewesen. Auch über Facebook und Twitter habe der Anbieter auf Niederländisch für seine Angebote geworben. Darüber hinaus habe das Unternehmen die allein in den Niederlanden genutzte Zahlungsoption iDEAL angeboten.

Kein Schutz von Minderjährigen gewährleistet

Als besonders schwerwiegend habe die KSA jedoch den Umstand eingestuft, dass auch Minderjährige Zugang zu den Angeboten gehabt hätten. So habe es keine Alterskontrolle oder sonstige Präventionsmechanismen gegeben, um Kinder und Jugendliche vom Spiel auszuschließen.

Da FIFA und CS:GO aber insbesondere auch von Minderjährigen gespielt würden und viele der Futgamer-Glücksspiele mit diesen direkt verknüpft seien, hätte das Unternehmen noch wirksamere Schutzmaßnahmen ergreifen müssen, als es von traditionellen Buchmachern erwartet werde.

Die Glücksspielaufsicht kritisierte darüber hinaus, dass…

  • der Mindesteinsatz pro Wette/Spiel auf 3 Euro festgelegt gewesen sei.
  • es keinerlei Einzahlungs- oder Einsatzlimits gegeben habe.
  • Auszahlungen erst nach mindestens 5 oder 10 Spielen möglich gewesen seien.
  • der Anbieter eine Gebühr von 10 % der Auszahlung einbehalten habe, wenn ein Spieler die minimalen Umsatzbedingungen nicht erreicht habe.
  • für nichtaktive Konten (ab sechs Monaten nach dem letzten Einsatz) eine monatliche Verwaltungsgebühr von 20 Euro verlangt worden sei.
  • mit unrealistischen Bonusangeboten geworben worden sei.

Gemäß dem niederländischen Glücksspielgesetz bedeutet die Abstrafung durch die KSA, dass sich das Unternehmen nicht um eine Lizenz der Niederlande bewerben werden kann, sobald das Online-Glücksspiel legalisiert wird. Die genannten Webseiten sind jetzt nicht mehr auf Niederländisch verfügbar.