Dienstag, 17. Mai 2022

Hunderennen in Florida offiziell beendet: Greyhounds finden neues Zuhause

Hunderennen

Hunderennen sind seit dem Silvesterabend in Florida endgültig beendet, nachdem die Wähler des Sonnenstaates vor zwei Jahren für ein Verbot des Hunderennsports votiert hatten. Greyhound Bug Brush war an diesem Abend der letzte Gewinner eines Rennens im Palm Beach Kennel Club.

Jetzt bleiben die 11 Rennbahnen in Florida für immer geschlossen. Jim Gartland, der Exekutivdirektor der National Greyhound Association, erklärt, dass die Zeit komme, in der es keine Windhundrennen mehr in den USA geben werde.

Tierschützer setzen sich bereits seit Jahren gegen Hunderennen ein. Die Tiere müssten unter beengten Verhältnissen und unzumutbaren Bedingungen leben. Christine Dorchak, Mitbegründerin der Anti-Renn-Gruppe GREY2K, erklärt, dass der Sport mittlerweile in 41 Staaten verboten sei. Die Gruppe strebe eine Bundesgesetzgebung gegen Hunderennen an.

Die Rennbahn ist geschlossen: Was passiert mit den Hunden?

Einige Besitzer ziehen sich mit ihren Hunden aus dem Geschäft zurück, während andere Tiere möglicherweise den noch aktiven Rennstrecken in anderen Bundesstaaten zugeführt werden.

GREY2K und Kate Macfall von der Tierschutzorganisation Humane Society of the United States setzen sich in Kooperation mit Vermittlungsagenturen dafür ein, dass die rund 600 verbliebenen Tiere ein neues Zuhause finden. Nach Angaben von FOX 4 News würden die potenziellen Hundehalter genau auf ihre Eignung überprüft, bevor die Tiere vermittelt würden.

Naht das Ende für Hunderennen in den USA?

Da die Hunderennbahnen in Florida nun geschlossen sind, dürfte der Bundesstaat West Virginia die führende Rolle im Hunderennsport übernehmen. Auf seinen beiden Rennbahnen seien nach Angaben von NBC News [Seite auf Englisch] im Jahre 2019 durch Wetten 124,8 Mio. USD generiert worden.

Als weniger ertragreich habe sich der Hunderennsport in Iowa und Arkansas erwiesen. 2019 hätten die Spieler in Arkansas bei Live-Wetten 14,2 Mio. USD gesetzt.

Die Rennbahn in Iowa habe bis Ende November 2020 nur 2,3 Mio. USD erwirtschaftet. Insider sollen davon ausgehen, dass auch in Iowa und Arkansas das Ende des Hunderennsports bevorstehe.

Patrick Rooney Jr., Präsident des Palm Beach Kennel Club, erklärt:

Alles, was eine tierische Komponente hat, wird es schwer haben, in dieser Gesellschaft zu überleben, zu der wir werden. Wir reagieren sensibler auf die Gefühle von Tieren und darauf, wie sie behandelt werden, ob real oder imaginär.

Altbacken und stigmatisiert: Die goldenen Zeiten sind vorbei

Der Untergang der Windhundrennen kommt zu einer Zeit, in der Glücksspiel und Sportwetten populärer denn je sind. Nach Angaben der American Gaming Association und der National Indian Gaming Commission hätten die US-amerikanischen Glückspielstätten im Jahr 2019 Spieleinnahmen in Höhe von 78,2 Milliarden USD erwirtschaftet, 18 Mrd. USD mehr als 2009.

NBC News kommentiert, dass die Betreiber der Hunderennbahnen es nicht geschafft hätten, vom Wachstum in der Glücksspielbranche zu profitieren. Hunderennbahnen hätten weder neue Kunden gewinnen noch Wege finden können, sich an andere, profitablere Unternehmen zu binden, sagte Brett Abarbanel, Forschungsdirektorin am International Gaming Institute an der Universität von Nevada in Las Vegas.

Die Wissenschaftlerin erklärt, dass dies den Betreibern der Pferderennstrecke in Del Mar in Las Vegas, Nevada, gelungen sei, indem sie auf kreative Weise den Sport mit anderen Events verbunden hätten, zum Beispiel mit Konzerten und Craft Beer Festivals.

Abarbanel führt aus:

Das Hunderennen hat sich insgesamt nicht viel an neue Unterhaltungsmöglichkeiten angepasst. Selbst im Vergleich zu Pferderennen, bei denen es ähnlich schwierig war, neue Kunden zu gewinnen, haben sich die Hunderennbahnen nicht wesentlich verändert.

Beim Football, Baseball, Basketball, Eishockey und Fußball sei der Ball oder der Puck ständig in Bewegung. Windhundrennen würden jedoch in Abständen von 15 Minuten gestartet.

Diese Aktionspausen verursachten Langeweile bei den Zuschauern. Auch das Stigma der Tierquälerei, mit dem Hunderennen belegt seien, könne dazu beigetragen haben, dass die Tage des Sports gezählt seien.