, 24.09.2020

Am 30. September findet der jährliche bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Die zuständigen Landesstellen für Glücksspielsucht werben bereits jetzt für ihre Angebote. Im Fokus steht unter anderem die Aufklärung über die Risiken des Online-Glücksspiels.

 

Suchtexperte kritisiert neuen Fahrplan zum Online-Glücksspiel

 

Das Jahr 2020 hielt mit dem Aushandeln eines neuen Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) und den Auswirkungen der Corona-Pandemie viele Herausforderungen für den Spielerschutz bereit. Insbesondere die Einigung der Länder, das Online-Glücksspiel zunächst zu dulden und mit Inkrafttreten des Regelwerks im Sommer 2021 offiziell zu erlauben, trifft bei den Verantwortlichen auf wenig Begeisterung.

 

So äußerte Suchtexperte Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG), in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung sein Unverständnis über die Legalisierung der Online-Angebote:

Diese Entscheidung ist eine Katastrophe für den Spielerschutz. Zu einem geeigneteren Zeitpunkt könnte der diesjährige Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 30. September deshalb gar nicht stattfinden.

Aufklärung und Selbstsperren

 

Über Jahre, so die Kritik, hätten diverse Online-Glücksspiel-Betreiber illegal auf dem deutschen Markt operiert. Die Tatsache, dass ihre Aktivitäten nun zeitnah geduldet werden sollten, sei „ein Schlag ins Gesicht jener Menschen, die durch Glücksspiele alles verloren haben“, so Landgraf.

 

Erschwerend komme hinzu, dass bislang keine ausreichenden Vorgaben zu Schutzmechanismen eingerichtet worden seien und die geplante länderübergreifende Aufsichtsbehörde ihren Dienst noch nicht aufgenommen habe.

 

Die LSG wolle den Aktionstag gegen Glücksspielsucht deshalb insbesondere dazu nutzen, um mit bayernweiten Aktionen auf die Gefahren, die mit Online-Angeboten einhergingen, aufmerksam zu machen.

In diesem Jahr wird der Bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht zum 10. Mal begangen. Die Initiative findet jährlich am letzten Mittwoch im September statt. Ziel des von den 16 Landeskoordinierungsstellen für Glücksspielsuchtprävention und -beratung organisierten Aktionstages ist das Schärfen des Bewusstseins für die Gefahren des Glücksspiels und das Bewerben von Hilfsangeboten für Betroffene.

Ebenfalls per Pressemitteilung wandte sich die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) an die Öffentlichkeit. Ihr Motto zum Aktionstag gegen Glücksspielsucht lautet in diesem Jahr „Behalt das Glück in Deiner Hand – schütze dich selbst!“.

Schwerpunktmäßig will die NLS auf die seit 01. Juni in Niedersachsen existierende Möglichkeit, sich per Selbstsperre vom Spiel in Spielhallen auszuschließen, hinweisen.

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