, 22.07.2020

Die Culinary Union [Seite auf Englisch], die in Nevada die Interessen der in den Gastronomie- und Hotelbereichen der Casinos Beschäftigten vertritt, hat eine gegen den Glücksspielkonzern MGM Resorts wegen unzureichenden Arbeitsschutzes eingereichte Klage fallengelassen. Stattdessen versuchen beide Parteien nun, sich in einem Schiedsgerichtsverfahren zu einigen.

 

Nach Auskunft der Beteiligten habe das Verfahren bereits am gestrigen Dienstag begonnen. Dabei wollten Gewerkschafter und MGM-Management über die Gewährleistung von Maßnahmen sprechen, die der Casino-Konzern zum Schutz seiner Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Coronavirus eingeleitet habe.

 

Geoconda Arguello-Kline, Schatzmeisterin der Gewerkschaft, betonte die Dringlichkeit der Gespräche:

Beschäftigte, die diese Stadt zum Laufen bringen, verdienen es, geschützt zu werden, und sie sind gefährdet.

Gleichzeitig beklagte sie eine fehlende Transparenz in der Informationspolitik der Casino-Betreiber. Diese führe zu großer Unsicherheit unter den Beschäftigten.

 

Versäumnisse bei Corona-Schutzmaßnahmen?

Schon im Juni hatten Gewerkschaftsvertreter den Casino-Betreibern von Las Vegas Versäumnisse vorgeworfen. So hätten diese keine ausreichenden Richtlinien erlassen, um eine Ansteckung unter den Mitarbeitern zu verhindern. Außerdem seien die Kapazitäten zu gering, um jeden Beschäftigten vor Arbeitsantritt zumindest einmal auf das Virus testen zu können.

In Nevada hat das Wort der Culinary Union großes Gewicht, denn die Gewerkschaft vertritt über 60.000 Beschäftigte, die im Gastronomie- und Hotelgewerbe sowie in den entsprechenden Bereichen der Casinos von Las Vegas und Reno arbeiten. Damit ist die größte Arbeitnehmervertretung im Glücksspielgeschäft von Nevada.

Seit Wiedereröffnung der Casinos hätten sich nach Darstellung der Gewerkschaft Dutzende von Mitarbeitern mit dem Virus infiziert. 22 von ihnen seien an den Folgen der Erkrankung gestorben. Aus Sicht der Culinary Union seien diese Fälle zumindest teilweise auf die aus ihrer Sicht mangelhaften Schutzvorkehrungen zurückzuführen.

 

Aus diesem Grund hatte sie Ende Juni Klage gegen die Konzerne MGM Resorts und Caesars Entertainment eingereicht. Durch die nun begonnen Gespräche sind MGM-Casinos wie das Bellagio und das MGM Grand von der Klage ausgenommen.

 

Vertreter von MGM Resorts hatten zuvor ihr Unverständnis über die Klage ausgedrückt. Gleichzeitig äußerten sie die Hoffnung, dass die Gespräche dazu führten, dass man wieder gemeinsam an Gesundheits- und Sicherheitsaspekten arbeiten werde.

 

Da die Gewerkschaft mit Caesars Entertainment keine vergleichbare Einigung erzielen konnte, wird die Klage gegen diesen Casino-Betreiber vorerst weiter aufrechterhalten.