, 10.02.2015

Casino 2000, Luxemburg

Das Casino 2000 in Luxemburg, das 2011 überfallen wurde. (Foto: Steve Remesch)

Am 5. März im Jahr 2011 überfielen vier schwerbewaffnete Männer das Casino 2000 in Bad Mondorf, Luxemburg. Mit einem automatischen Gewehr, drei Revolvern und einem Vorschlaghammer bedrohten die Gangster die Gäste und das Personal. Bei dem Überfall erbeuteten sie die relativ geringe Summe von 85.000 Euro und flohen mit einer Geisel nach Frankreich.

Am Mittwoch wurde nun einer der Männer vor Gericht schuldig gesprochen. Walid J. muss nun für 16 Jahre hinter Gitter und zudem 4.000 Euro an einen Nebenkläger als Schadenersatz zahlen. Der ebenfalls angeklagte Chady M. wurde dagegen frei gesprochen. Gegen ihn war im Vorfeld auch keine Untersuchungshaft verhängt worden, obwohl die Luxemburger Staatsanwaltschaft 18 Jahre Haft für Walid J. und 16 Jahre für Chady M. gefordert hatte.

Gangster verhielten sich wie Amateure

Der gesamte Überfall wurde von einem Polizisten beobachtet.

Der Beamtete berichtete, dass die Casinodiebe ausgesprochen schlecht vorbereitet waren und stümperhaft vorgingen. Auch die Flucht war voller Fehler – so ließen die Gangster ihr Fluchtfahrzeug zwar nahe der Stadt Metz in Frankreich zurück und übergossen es mit Benzin, vergaßen dann aber aus unbekannten Gründen es auch anzuzünden.

So konnte die Polizei DNS Spuren an dem Fahrzeug sicher stellen, die letzten Endes zur Ergreifung von Walid J. und einem dritten Mann führten, der allerdings wegen eines ausstehenden Verfahrens auf französischem Boden vorerst nicht an die Luxemburger Gerichtsbarkeit ausgeliefert wurde.

Schuhe verrieten Täter, reichen aber nicht für Verurteilung

Auf die Spur von Chady M. kamen die Ermittler durch dessen Schuhe. Er trug diese bei einem Vorfall in der Brüsseler Vorstadt Jezuz-Eik, an dem auch der nun verurteilte Walid J. beteiligt war. Es waren laut der Ermittlern dieselben Schuhe, die auch auf den Videoaufnahmen des Überfalls auf das Casino 2000 in Luxemburg zu sehen waren. In Belgien konnte an diesem Abend nach Aussage der Richterin ein weiteres Verbrechen gerade so verhindert werden. Offensichtlich reichte dieser Beweis vor Gericht allerdings nicht aus, um Chady M. auch zu verurteilen. Es kamen Fragen um die korrekte Identifikation auf und die lose Beweislage gegen den Mann führte dann letzten Endes zum Freispruch des vermeintlichen Täters.

Gangster vermutlich Teil einer größeren Bande

Obwohl die Täter ausgesprochen amateurhaft vorgingen, geht die Polizei inzwischen davon aus, dass die Casino Gangster Teil einer deutlich größeren Bande aus Lyon sind, die bereits mehrere Casino-Etablissements in Frankreich und der Schweiz überfallen haben. Handfeste Beweise für diese Vermutung gibt es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht.

Casino 2000 hat seine Sicherheitsmaßnahmen verschärft

Das Casino 2000 hat auf den Vorfall entsprechen reagiert und seine Sicherheitsmaßnahmen deutlich verbessert. „Wir sind nur heilfroh, dass niemandem, weder den Kunden noch den Angestellten, etwas passiert ist“, erklärte Guido Berghmans, der Generaldirektor des Casinos in einem Interview mit wort.lu direkt nach dem Überfall.

Das Etablissement ist das einzige Casino in Luxemburg und bietet neben zahlreichen Spielautomaten auch insgesamt fünf Casino-Spieltische an. Hier können spielbegeisterte Gäste Französisches Roulette, Englisches Roulette und Black Jack, beziehungsweise Super Jack spielen und lernen. Dazu sind im Haus auch drei Restaurants und ein exklusives Hotel zu finden. Auf der Eventbühne des Casino 2000 finden regelmäßig in der Region bekannte und beliebte Musik- und Filmfestivals statt. und es treten zur Unterhaltung der Gäste viele bekannte Persönlichkeiten auf.