, 24.08.2020

Der Bestechungsskandal um den japanischen Unterhausabgeordneten Tsukasa Akimoto weitet sich weiter aus. Wie The Japan Times [Link auf Englisch] am Samstag berichtet hat, soll Akimoto versucht haben, Zeugen zu bestechen. Entsprechende Beweise lägen den Ermittlungsbehörden vor.

 

Der Politiker war in Japan maßgeblich an der Legalisierung von Casino-Resorts beteiligt. Strafermittler glauben, dass der 48-Jährige in seiner Position Schmiergelder des chinesischen Konzerns 500.com Ltd. angenommen hat. Der Casino-Investor soll geplant haben, auf den japanischen Glücksspielmarkt zu expandieren.

Japans Regierung hatte im Jahre 2018 grünes Licht für den Bau von integrierten Casino-Resorts gegeben. Die Liberaldemokratische Partei unter Führung von Premierminister Shinzo Abe verfolgt mit dem Vorhaben das Ziel, mehr Touristen nach Japan zu locken. Aufgrund eines umständlichen Bewerbungsprozesses und nicht-transparenter Lizenzbedingungen nehmen allerdings immer mehr Casino-Betreiber Abstand von einer Expansion nach Japan.

Fingerabdrücke auf dem Bestechungsgeld

 

Nach Informationen aus dem Umfeld der Staatsanwaltschaft erhärte sich derzeit der Verdacht, dass Akimoto über einen Mittelsmann versucht habe, einen Zeugen zu bestechen, um das Strafverfahren gegen sich zu beeinflussen. Bei dem Zeugen soll es sich um Masahiko Konno handeln, einen ehemaligen Berater der Firma 500.com Ltd.

 

Akimoto habe Konno, der ebenfalls in Japan unter Bestechungsverdacht steht, in diesem Sommer rund 30 Millionen Yen (ca. 240.000 Euro) angeboten, um falsche Zeugenaussagen zu machen. Dies belegten sichergestellte Banknoten, an denen sich die Fingerabdrücke des ehemaligen Staatssekretärs befänden.

 

Zudem werde Akimoto von einem Funktionär des Unternehmens 500.com Ltd schwer belastet. Laut Akihito Awaji habe Akimoto einen Teil des Geldes selbst organisiert. Gegenüber der Staatsanwaltschaft habe er gesagt:

„Akimoto hat 10 Millionen Yen in Bargeld vorbereitet, die bei der Bestechung verwendet werden sollten.“

Akimoto war im Zuge der Casino-Affäre schon einmal verhaftet worden, kam jedoch im Februar auf Kaution aus der Haft frei. Nach den neuen Anschuldigungen nahm die Polizei den Politiker am vergangenen Donnerstag erneut fest. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern unterdessen weiter an.