, 30.09.2020

Der Aufsichtsrat der Casinos Austria AG (CASAG) hat am Dienstag das Sparpaket „ReFIT“ beschlossen. Wie der österreichische Casino-Betreiber in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, wolle man durch das Programm bis zu 45 Millionen Euro einsparen.

 

Damit fallen die Kürzungen bei der CASAG höher aus als ursprünglich erwartet. Noch in der vergangenen Woche hatte Die Presse von möglichen Einsparungen in Höhe von 40 Millionen Euro berichtet.

 

Neues teilte das Unternehmen auch zum geplanten Abbau von mehreren Hundert Arbeitsplätzen mit. Nachdem die CASAG zuletzt 600 Mitarbeiter beim österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet hatte, würden nun „rund 350 FTEs (Vollzeitäquivalenten) aus allen Unternehmensbereichen“ abgebaut. Die genaue Zahl richte sich nach den Ergebnissen von Mitarbeitergesprächen.

 

Nach Informationen des Kurier dürften davon bis zu 500 Beschäftigte betroffen sein.

Einsparungen waren bei der CASAG vor allem aufgrund der Corona-Krise notwendig geworden. Im Zuge der Schließungen von Spielbanken und eines neuen Rauchverbots müsse der Konzern allein für die Inlands-Casinos in diesem Jahr mit Verlusten zwischen 60 und 100 Millionen Euro rechnen, hatte der Kurier im Juni berichtet.

CASAG-Führung zufrieden über Einigung

 

Der Beschluss des Maßnahmenpakets wurde von CASAG-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner besonders wegen seiner Geschwindigkeit gelobt. Der Aufsichtsrat habe damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit des Unternehmens geleistet, so Glatz-Kremsner:

„Mit der Unterstützung für das von uns als Vorstand vorgelegte Restrukturierungspaket hat der Aufsichtsrat dafür gesorgt, dass die Unternehmensgruppe nachhaltig abgesichert ist und auch weiterhin Glücksspiel in der gewohnten Qualität angeboten werden kann. Das Paket wurde fast zur Gänze auf Basis interner Expertise in Rekordzeit erarbeitet. Ich bedanke mich sehr für die professionelle und engagierte Mitarbeit der beteiligten Kolleginnen und Kollegen (…)“

Dank sei überdies der Belegschaftsvertretung auszusprechen. Diese habe zum Wohle des Unternehmens eine „konstruktive Haltung in oftmals schwierigen Verhandlungen“ gezeigt.

 

Wechsel an der Aufsichtsratsspitze

 

Neben dem Beschluss des „ReFIT“-Programmes stand am Dienstag auch die Neubesetzung des Postens des Aufsichtsratsvorsitzenden auf der Agenda. Diesen hatte Walter Rothensteiner im Juli freigemacht.

 

Ausgefüllt werde die Position bis zur nächsten Hauptversammlung nun von Robert Chvátal, dem derzeitigen CEO der tschechischen Sazka Group. Der Konzern ist mit 55,5 % Mehrheitseigentümer der Casinos Austria AG.

 

Auch er bedankte sich für das Handeln des CASAG-Vorstandes. Die „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ hätten „ein Paket in dieser Größenordnung nötig gemacht“, so der neue Aufsichtsratsvorsitzende.