, 24.09.2020

Der österreichische Casino-Betreiber Casinos Austria AG (CASAG) will bis zu 600 Mitarbeiter entlassen. Wie Die Presse am Mittwoch berichtet hat, habe dies ein Konzernsprecher gegenüber der Zeitung bestätigt. Eine entsprechende Mitteilung sei bereits an den österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) ergangen.

 

Die CASAG, an der der Staat mit 33,2 % beteiligt ist, hatte aufgrund eines Rauchverbotes und der Covid-19-Pandemie mit signifikanten Besucherrückgängen zu kämpfen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat deshalb im Juli das Restrukturierungsprogramm „ReFit“ beschlossen.

 

Im Rahmen der Maßnahme will der Konzern bis zu 40 Millionen Euro einsparen. Die mögliche Entlassung von bis zu 400 Beschäftigten hatten die Casinos Austria dabei schon zum Beschlusszeitpunkt in Aussicht gestellt. Laut Der Standard gehörten Personalkosten zu den größten Ausgaben der CASAG. Angestellte, die vor 2006 zum Unternehmen gekommen seien, erzielten im Durchschnitt einen Bruttoverdienst von 6200 Euro im Monat. Mitarbeiter, die nach 2006 eingestellt wurden, verdienten im Schnitt 2.700 Euro.

Casinos Austria in den Schlagzeilen

Die Casinos Austria kommen derzeit nicht aus den Negativschlagzeilen. Im Zusammenhang mit der Causa Casinos wird noch immer untersucht, wie der FPÖ-Politiker Peter Sidlo trotz vermeintlich fehlender Qualifikationen zum Finanzvorstand der Casinos Austria bestellt werden konnte. Kritiker vermuten illegale Absprachen zwischen Politik und Wirtschaft.

Konzern will das Schlimmste verhindern

 

Obgleich die Casinos Austria bereits 600 Mitarbeiter zur Kündigung beim AMS angemeldet hätten, versuche die Firma derzeit noch das Schlimmste abzuwenden, so der Bericht.

 

Der Konzern rechne damit, dass es „am Ende deutlich weniger als 600 Kündigungen sein werden“, habe Unternehmenssprecher Patrick Minar erklärt.

 

Wie viele Mitarbeiter tatsächlich entlassen würden, hänge auch mit anderen Faktoren zusammen. So sei

„noch nicht absehbar (…), mit wie vielen Mitarbeitern ein freiwilliger Ausstieg oder ein Teilzeitmodell vereinbart werden kann“.

Erste Kündigungen dürfen erst 30 Tage nach der Meldung beim AMS erfolgen. Für betroffene Beschäftigte hätten die Casinos Austria einen Sozialplan geschaffen, der auch für Angestellte im Gastronomiebereich gelte.