Mittwoch, 28. September 2022

Casinos Austria: Einigung über Sanierungsprogramm ReFIT

Casino Austria AG Vorstand Bettina Glatz-Kremsner und Martin Skopek

Das im Juni angekündigte Sanierungsprogramm „ReFIT“ der Casinos Austria AG steht vorläufig fest. Wie die österreichische Tageszeitung Kurier heute berichtet hat, hätten sich Vorstandschefin Bettina Glatz-Kremsner und der Zentralbetriebsrat des Unternehmens auf die wichtigsten Punkte einigen können.

Zwar müssten einige Details noch zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgearbeitet werden, doch seien die Entscheidungsträger „in intensiven Verhandlungen sehr weit gekommen“, so Casinos-Sprecher Patrick Minar. Auch müsse der Betriebsrat dem Maßnahmenpaket noch abschließend zustimmen.

Einheitliche Verträge für alle Angestellten

Im Zentrum des ReFIT-Sanierungsprogrammes stehe nach wie vor die Personalkostensenkung um 25 %. Um diese umzusetzen, solle ein neues und einheitliches Gehaltsschema für alle Mitarbeiter eingeführt werden.

Derzeit herrsche eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ innerhalb der Belegschaft. Bereits 2006 sei ein neues Gehaltschema eingeführt worden, das jedoch nur für Neuangestellte gegolten habe.

Die neuen Verträge sollen nicht nur vereinheitlicht und vereinfacht werden, sondern auch keine automatischen Gehaltssprünge mehr beinhalten. Das bedeute, dass Mitarbeiter nur dann Gehaltserhöhungen erhielten, wenn sie mehr Leistung erbrächten oder neue Funktionen übernähmen.

Die Senkung der Personalkosten sei somit keine vorrübergehende Maßnahme, sondern ein langfristiger Kurs bei der Sanierung des Unternehmens..

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Zuletzt beschäftigte die Casinos Austria AG in ihren zwölf Casino-Standorten in Österreich 1.500 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis. Vor zwei Monaten kündigte der Konzern an, zirka ein Viertel dieser Stellen streichen zu wollen. Das Unternehmen bestätigte nun erneut, dass mindestens 400 Vollzeitstellen abgebaut würden. Weitere Stellenstreichungen sollen in der Zentrale erfolgen.

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Einsparungen im Management und in den Casinos

Auch auf Führungsebene solle es zu Einschnitten kommen. So verzichte das Vorstandsduo Bettina Glatz-Kremser und Martin Skopek künftig auf 20 % ihres festen Gehaltes. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung im Dezember 2019 habe dieses zuletzt bei 700.000 Euro jährlich gelegen.

Zusätzlich zu ihrem Jahresgehalt bezögen beide auch eine Prämie in gleicher Höhe. Diese solle laut dem Kurier nun um 50 % gesenkt werden.

Auch der Casino-Betrieb sei von den Sparmaßnahmen betroffen. Alle 12 Standorte blieben zwar bestehen, doch die Kunden müssten sich künftig auf ein verringertes Angebot einstellen. Das betreffe beispielsweise die Gastronomie innerhalb der Casinos.

Positiver Blick in die Zukunft

Nichtsdestotrotz bleibe der Blick in die Zukunft positiv. Bereits bis nächstes Jahr solle ein Großteil aller angekündigten Maßnahmen umgesetzt worden sein. Ab 2022 sei dann wieder mit schwarzen Umsatzzahlen zu rechnen.

Auch die Verlustprognose, die ursprünglich auf 65 Mio. Euro geschätzt worden sei, sei nun auf 35 Mio. Euro heruntergesetzt worden.

Inklusive der Restrukturierungskosten liege der Gesamtverlust nun bei 60 Mio. Euro. Insgesamt liefen die Geschäfte derzeit jedoch gut.