, 27.10.2020

Belgiens Glücksspielsektor sieht sich erneut mit Corona-Restriktionen und Zwangsschließungen konfrontiert. Diese Maßnahmen hat die belgische Regierung am Freitag mit ihrem jüngsten Ministerialerlass zur weiteren Eindämmung potenzieller Corona-Infektionen beschlossen.

 

Wie die belgische Glücksspielaufsicht am Montag auf ihrer Webseite erklärt hat [Seite auf Französisch], variierten die neuen Auflagen für Glücksspielanbieter je nach Region.

 

In Flandern gilt:

  • Casinos, Spielhallen und Wettbüros dürfen geöffnet bleiben. Dabei gilt jedoch eine Nachtsperre von 23:30 Uhr bis mindestens 6 Uhr morgens.
  • Die Gemeinden der Region dürfen innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches jedoch geringere Zeiten oder auch gänzliche Schließungen anordnen.

 

In der Wallonischen Region gilt:

  • Casinos, Spielhallen und Wettbüros dürfen auch hier geöffnet bleiben, müssen jedoch um 21:30 schließen. Wann die Spielstätten morgens öffnen dürfen, ist nicht festgelegt.
  • In der Provinz Liège gilt jedoch eine Sperrstunde ab 20 Uhr.

 

In der Hauptstadtregion Brüssel müssen alle Casinos, Spielhallen und Wettbüros geschlossen bleiben. Dasselbe gilt für Bibliotheken, die über gesonderte Spielbereiche verfügen. Die Maßnahmen in der Region rund um die Hauptstadt sind damit vergleichsweise besonders streng.

 

Ministerpräsident Rudi Vervoort mahnt, dass die Maßnahmen dringend zu akzeptieren und einzuhalten seien:

Wir halten den Schlüssel, um gemeinsam gegen das Virus zu kämpfen. Wir werden es jedoch nicht schaffen, wenn die allgemeine Bevölkerung sich nicht an die neuen Regeln hält, die wir heute beschlossen haben.

Strenge Regeln für geöffnete Spielstätten

Die eingeschränkten Öffnungszeiten sind nicht die einzige neue Maßnahme, an die sich all jene Glücksspielstätten, die geöffnet bleiben dürfen,  halten müssen. So gibt es auch neue Vorkehrungen bezüglich der Maximalzahl zulässiger Gäste.

 

Casinos müssten diese ab sofort anhand ihrer betretbaren Gesamtfläche berechnen. So dürfe sich auf einer Fläche von 10 Quadratmetern lediglich ein Gast aufhalten. Unabhängig von der Größe des Casinos liege die Obergrenze wie zuvor bei maximal 200 Gästen gleichzeitig.

 

Für Automaten-Spielhallen und Wettbüros hingegen liegt das Limit bei 40 Personen, unabhängig von der Größe der Einrichtung. Besonders große Spielhallen können jedoch einen Antrag beim Justizministerium stellen, nach denselben Regeln wie die Casinos Gäste empfangen zu dürfen.

 

Die Gastronomiebereiche der Spielstätten müssen darüber hinaus geschlossen bleiben. Für Gäste bedeutet dies, bis auf weiteres auf Speisen und Getränke verzichten zu müssen, während sie sich in Casinos, Spielhallen oder Wettbüros aufhalten.

 

Gleichzeitig sind sie weiterhin verpflichtet, während ihres gesamten Aufenthalts eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Wie die Glücksspieler die verschärften Regeln aufnehmen werden, bleibt abzuwarten.