, 01.07.2020

Ende Juni hat der österreichische Casino-Betreiber Casinos Austria (CASAG) ein betriebliches Restrukturierungsprogramm angekündigt. Nun sind nähere Informationen darüber bekannt geworden, wie der teilstaatliche Konzern auf sinkende Besucherzahlen und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie reagieren will.

 

Wie die österreichische Tageszeitung Der Standard am Montag berichtet hat, plane das Unternehmen im Rahmen des Sanierungsplans „ReFit“ nicht nur einen „massiven Mittarbeiterabbau“, auch setze sich die tschechische Sazka-Group, Mehrheitsaktionär mit ca. 55 Prozent, für eine Trennung von Casino- und Lotterie-Geschäft ein.

In der vergangenen Woche wurden bereits Pläne über den Abbau von 427 Vollzeitstellen bei den Casinos Austria bekannt. Begleitet werden soll der Betriebsumbau durch Teilzeitmodelle und veränderte Gehaltsstrukturen. Auch von der Streichung zahlreicher Führungspositionen ist die Rede.

Darüber hinaus soll das Poker-Spiel in den Casinos Austria wieder eine größere Rolle spielen. Über die Umsetzung der Inhalte des Programms soll am 8. Juli 2020 abgestimmt werden.

 

Trennung von Casinos und Lotterie

 

Laut dem Bericht des Standard, gelte die „Vorliebe“ der Sazka-Group dem Lotterie- und nicht dem Casino-Geschäft. Dies werde sich in einer neuen Unternehmensstruktur der Casinos Austria widerspiegeln. Um einen möglichen Verkauf unprofitabler Unternehmensbereiche zu vereinfachen, solle:

„Eine Holding (…) über den voneinander klar getrennten Tochtergesellschaften Casag (und Casinos International) und Lotterien stehen.“

Der Mehrheitseigener aus Tschechien könne sich so möglicherweise schneller von den Spielbanken der Casinos Austria trennen. Deren Verlust belaufe sich allein im 1. Quartal 2020 auf bis ca. 61 Millionen Euro. Gründe hierfür seien die Corona-Krise und ein neues Rauchverbot.

 

Rettet Poker das Spielbanken-Geschäft?

 

Nach der Schließung der österreichischen Concord Card Casinos (CCC) könnte das Poker-Geschäft für die Casino Austria eine vielversprechende Einkommensquelle werden. So wolle Casag-Chefin Bettina Glatz-Kremsner elf neue Mitarbeiter für den Bereich Poker einstellen.

 

Insgesamt erhoffe sich die Unternehmensführung dadurch „zwei Millionen Euro für den Gewinn vor Steuern (Ebitda).“

 

Zudem wünsche sich die CASAG regulatorische Änderungen. Zu diesen könne unter anderem die Einführung von Eintrittsgebühren gehören. Ob die Maßnahmen angenommen werden, wird sich in der nächsten Woche zeigen.