, 26.06.2020

Das geplante Sanierungspaket der österreichischen Casinos Austria AG hat in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt. Erst heute hat die Tageszeitung Kurier neue Details über den zu erwartenden Stellenabbau veröffentlicht. Diesen hatte das Unternehmen in den vergangenen Wochen bereits angekündigt.

 

Demnach wolle der Konzern bis 2021 insgesamt 427 Vollzeitstellen streichen, was einem Minus von 27 % gleichkomme. Hinzu kämen zahlreiche zu streichende Teilzeitstellen, über deren genaue Anzahl am 8. Juli in einem Sonderaufsichtsrat beraten werden solle.

 

An einigen der umsatzschwächeren Casino-Standorte sei mit einem Stellenabbau von bis zu 55 % zu rechnen. Doch auch beim umsatzstärksten Casino der Gruppe, dem Casino Wien, müssten 43 Vollzeitstellen gestrichen werden.

Die zwölf Standorte der Casinos Austria AG sind seit dem 29. Mai wieder für den Kundenverkehr geöffnet. Wie das Unternehmen berichtet, seien bisher jedoch nur wenige Kunden zurückgekehrt. Unter einem Rückgang der Kundschaft litten die Casinos bereits seit Jahren. Während im Jahr 2000 insgesamt 1,98 Millionen Menschen die Casinos besucht hätten, sei die Zahl im Jahr 2019 auf 1.23 Millionen gesunken.

Für die Mitarbeiter, die nicht von den Streichungen betroffen seien, gebe es dennoch schlechte Nachrichten: So sei eine Kürzung der Gehälter um 15 – 20 % geplant. Auf diese Weise wolle der Konzern weitere 11 % der Personalkosten einsparen.

 

Die Belegschaftsvertretung der Casinos Austria äußerte sich der Presseagentur APA gegenüber empört über die Nachrichten. Sie deutet an, dass die Mitarbeiter erstmals durch die Medienberichte dieser Woche vom Sanierungspaket erfahren hätten:

Dass man zu diesem Zeitpunkt über die Medien ausrichtet, dass ein paar Hundert Kündigungen unvermeidlich sind, empört uns.

Laut Kurier solle es auch im Vorstand zu Kürzungen kommen. Demnach werde die Zahl der Führungskräfte von 113 auf 75 reduziert. Ob an der Spitze jedoch auch Einschnitte bei den Gehältern gemacht werden, sei noch nicht bekannt gegeben worden.

 

Verluste bis 2022 einkalkuliert

Der Konzern befinde sich seit längerem in den roten Zahlen. Das neue Rauchverbot und die Corona-Krise hätten die Lage zudem um ein Vielfaches erschwert. Für das Jahr 2020 werde ein Gesamtverlust von 47 Mio. Euro erwartet.

 

Wie der Kurier erläutert, sei in einem Dokument des Aufsichtsrates sogar die Rede von 64,7 Millionen Euro Verlust. Durch das Sanierungsprogramm solle der steile Abwärtstrend deutlich gebremst werden.

 

Nichtsdestotrotz würden auch für das Jahr 2021 noch Verluste von 13 Mio. Euro erwartet. Erst ab 2022 seien dann wieder Gewinne zu erwarten, die der Konzern zuletzt auf 9,5 Mio. Euro beziffert habe.

 

Die einzige gute Nachricht sei, dass der Konzern weiterhin alle zwölf Standorte aufrechterhalten wolle.