, 08.03.2021

Der österreichische Glücksspielkonzern Casinos Austrias AG könnte sich künftig mit weiteren Einschränkungen seiner Geschäftsfelder konfrontiert sehen. So plant die österreichische Regierung derzeit ein strengeres Glücksspielgesetz, gemäß welchem die CASAG-Tochter Österreichische Lotterien den Betrieb ihrer Video Lottery Terminals (VLT) einstellen müsste.

 

Wie die Zeitung Der Standard berichtet, könne die CASAG-Chefin Bettina Glatz-Kremsner das geplante Automatenverbot nicht nachvollziehen. Derzeit betreibe der Konzern 862 der Geräte an 21 Standorten und generiere damit 45 Mio. Euro Umsatz im Jahr.

 

Politische Vorzüge für Novomatic?

Grundsätzlich befürworte Glatz-Kremsner zwar die Bemühungen der Regierung, durch Glücksspiel-Einschränkungen für mehr Spielerschutz zu sorgen, gleichzeitig stelle sich jedoch die Frage, warum allein die Casinos Austria AG ihr Automatenspiel einstellen solle.

 

So blieben die knapp 4.200 Spielgeräte, die von den Bundesländern bewilligt worden seien, von dem Gesetz unberührt. Zirka die Hälfte der Automaten werde von Admiral, der Tochter des CASAG-Konkurrenten Novomatic betrieben. Dass diese Geräte auch weiterhin ohne Einschränkungen betrieben werden dürften, sei angesichts der fortwährenden Ermittlungen gegen Novomatic „verwunderlich“, heißt es im Standard.

Im Rahmen des parlamentarischen Ibiza-Untersuchungsausschusses wird seit Januar 2020 sowohl gegen die Casinos Austria als auch gegen Novomatic ermittelt. Dem Konzern Novomatic wird insbesondere vorgeworfen, über Parteispenden an die FPÖ sowie an FPÖ-nahe Vereine versucht zu haben, die Glücksspiel-Gesetzgebung zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Neben dem drohenden Aus für die VLTs könnten die geplanten Änderungen des Glücksspielgesetzes die Casinos Austria AG noch vor weitere Hürden stellen. So sollen striktere Regeln in Bezug auf Glücksspielwerbung eingeführt und die Steuerbelastung erhöht werden.

 

Mit DNS-Blocking gegen illegale Online-Casinos

In einigen Punkten könne die Glücksspiel-Reform dem Konzern jedoch auch Vorteile bringen. So planten ÖVP und Grüne, mithilfe von DNS-Blocking illegale Online-Glücksspielanbieter vom Markt zu drängen.

 

DNS-Blocking bedeutet, dass die verschiedenen Internet-Anbieter des Landes den Zugang zu gewissen Webseiten, in diesem Fall nicht lizenzierte Online-Casinos, sperren. In der Schweiz wird diese Maßnahme seit Anfang 2019 angewandt.

 

Für die Casinos Austria AG könne sich dies positiv auf die eigenen Geschäftszahlen auswirken. So sei der Konzern zwar per Gesetz über ihre Win2day Plattform Monopolist im Bereich Online-Casino, er habe in der Realität jedoch schätzungsweise nur einen Marktanteil von knapp 40 %.

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