, 27.09.2018

Am Dienstag gab Casinos Austria über die österreichische Presseagentur (APA) bekannt, Probleme mit seinen Spielbanken zu haben. Im gleichen Zug kündigte Generaldirektor Alexander Labak den Rücktritt von seinem Posten an.

 

Große Konkurrenz für Wien und Bregenz

Casinos Austria Chef Alexander Labak gab in den vergangenen Tagen verschiedene Erklärungen zum Konzern, dessen Zukunft und seinen verschiedenen Casinos ab. Dabei verkündete er, dass es der Unternehmensgruppe insgesamt sehr gut ginge, aber einzelne Casinos derzeit zu kämpfen hätten.

 

So verzeichneten die „Schlüsselcasinos“ in Wien und Bregenz in diesem Jahr große Rückgänge, was in erster Linie auf die stark gewachsene Konkurrenz zurückzuführen sei.

 

Für Bregenz sei speziell die Neueröffnung von zwei Casinos in Liechtenstein ein Problem, da viele Kunden dorthin abwandern würden. Bei einem der Casinos handelt es sich sogar um einen Ableger des Konzerns selbst.

 

Labak erklärte die Abwanderung damit, dass „sich das kundenbezogene Marktgebiet zu mehr als 60 % überschneidet“. Im Vergleich zu Bregenz verzeichne das Casino in Liechtenstein jedoch höhere Einnahmen.

Die Casinos Austria AG (CASAG) wurde im Jahr 1934 gegründet und betreibt derzeit in Österreich 12 Spielbanken. Diese befinden sich in den Standorten Bregenz, Graz, Innsbruck, Kitzbühel, Kleinwalsertal, Linz, Salzburg, Seefeld, Wien und Zell am See.

 

Das Tochterunternehmen Casinos Austria International hingegen betreibt nach einer starken Reduzierung im Jahr 2007 derzeit in 13 verschiedenen Ländern insgesamt 31 Glücksspielbetriebe. Von diesen befinden sich vier auf Kreuzfahrtschiffen.

 

Der größte österreichische Konkurrent Novomatic AG hält derzeit 17,19 % der Casinos Austria Aktien inne und hatte 2018 ein Verkaufsangebot der tschechischen Sazka-Gruppe ausgeschlagen.

Ein Grund für die Probleme in Bregenz ist aber auch der geschwächte Schweizer Franken. Immerhin erhält das österreichische Casino 40 % seiner Einnahmen in der der Währung seiner Schweizer Nachbarn, was auf die geographische Lage der Stadt am Bodensee zurückzuführen ist.

 

Casino Linz

Das Casino Linz der Casinos Austria (Bild: Wikimedia)

Auch Novomatic hat sich zu einem großen Konkurrenten von Casinos Austria entwickelt. Erst letzte Woche lieferte der österreichische Casino Riese erstaunliche Umsatzzahlen.

 

Nicht zuletzt nannte Labak auch das Problem der Personalkosten. Hier sei ein „nachhaltiges Personalkostenmanagement“ nötig, da aufgrund der steigenden Lebenserwartung höhere Pensionsrückstellungen erforderlich seien.

 

Im Gegensatz zu den landbasierten Casinos ginge es laut Labak den Lotterien Österreichs, der Online Lotterie „win2day“ und den WINWIN Spielhallen, sehr gut. Diese liefen international „sogar auf Rekordkurs“.

 

Labak wird seinen Vertrag nicht verlängern

Nahezu im gleichen Moment ging Konzernchef Labak dann auch mit der Meldung an die Öffentlichkeit, seinen 2019 auslaufenden Vertrag nicht weiter verlängern zu wollen. Mit den Problemen der Spielbanken habe dies aber nichts zu tun.

 

Labak begründete seinen Rücktritt damit, andere berufliche Pläne zusammen mit seiner Ehepartnerin zu haben. Er habe des Weiteren nie beabsichtigt, bis zum Ruhestand im Unternehmen zu bleiben. Der Konzern habe die Suche nach seinem Nachfolger bereits begonnen.

 

APA Austria Presse Agentur

Casinos Austria kürzlich viel in der Presse (Bild: Wikipedia)

Erst zwei Wochen zuvor jedoch gab es in der österreichischen Presse bereits Gerüchte um seine Ablöse. Es wurde geschrieben, Labak habe Auseinandersetzungen mit dem Betriebsrat des Unternehmens gehabt. Aus einem Brief an seine Vorstandskollegen ging heraus, dass Labak um „das Wohl des Unternehmens” besorgt sei. Er sprach dabei von „grobe[n] Missständen] in der Casinos Austria AG“.

 

Vorerst wird der Vorsitzende jedoch an aktuellen Projekten weiterarbeiten und bis Vertragsende aktiv an der Unternehmensentwicklung mitwirken. Auch in die aktuelle Casinos Austria Werbekampagne ist Labak involviert.

 

Neue Kunden durch umfangreiche Werbung

Die Kampagne „Peeks“ wurde erst vor wenigen Tagen veröffentlicht und wird sowohl digital als auch über Plakate in Städten in Österreich verbreitet.

 

Sie zielt darauf ab, den Kunden durch visuelle Effekte neue Einblicke in die Casinos Austria zu geben und wurde auf dem Hintergrund einer „magischen Welt“ mit einer „glamourösen Atmosphäre“ designt.

 

Die aktuelle Werbekampagne ist dabei die erste nach einer langen Marketingpause. Labak betonte aber, wie wichtig es sei, gerade jetzt eine große Kampagne zu starten:

Gerade große Marken brauchen immer wieder neue Impulse, um ihre Aktivierungskraft hochzuhalten und auch in Zukunft Unvergleichbares bieten zu können.

Das Unternehmen sagte, mit der Kampagne wolle man in erster Linie einen großen Schritt in Richtung digitaler Medien gehen. Auch die Website des Konzerns wurde entsprechend der Kampagne umgestaltet und soll ein breiteres Publikum ansprechen.

 

Komplette Umstrukturierung bei Casino Austria

Ein neuer Chef und die neue Werbekampagne sind aber bei weitem nicht die einzigen Änderungen, die der Konzern in naher Zukunft durchlaufen wird. In der vor zwei Tagen abgehaltenen Aufsichtsratssitzung sprach der Vorstand von einer Modernisierung des Casinogeschäfts im In- und Ausland.

 

Die Leitung der zwölf landbasierten Casinos soll ab Oktober von Reinhard Deiring (Direktor des Casino Wien) und Christian Lang (Leiter des Beteiligungsmanagements) übernommen werden. Bisher war Christian Schulz übergreifend für alle Casinos verantwortlich.

 

Als Hauptziele wurden während der Sitzung Profitsteigerung und die Verstärkung der Präsenz auf den bestehenden Märkten genannt. Auch sollen neue Ausweitungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

 

Die Geschäfte der  inländischen Casinos und Casino Austria International sollen jedoch nicht zusammengeführt werden. Die Zusammenarbeit der beiden soll aber dennoch gestärkt werden