Mittwoch, 29. Juni 2022

Casinos Austria Inter­national: Rück­schlag für Casino-Projekt in Nagasaki?

Stadtansicht Nagasaki Das Casino in Nagasaki soll rund 2,7 Mrd. Euro kosten (Bild: Präfektur Nagasaki)

Österreichs Glücksspielanbieter Casinos Austria könnte bei seinen ambitionierten Casino-Plänen in Japan ein Rückschlag drohen. Dessen Tochterunternehmen Casinos Austria International Japan (CAIJ) ist Favorit für den Betrieb des integrierten Casino Resorts (IR) in Nagasaki. Doch Ende vergangener Woche kam asiatischen Medienberichten zufolge von politischer Seite und aus der Bevölkerung Kritik an dem Projekt auf.

So habe ein Mitglied von Nagasakis Provinzverwaltung nach Angaben des asiatischen Branchenmagazins GGR Asia am Freitag Bedenken [Seite auf Englisch] über die finanzielle Tragfähigkeit geäußert. Dieser habe in Frage gestellt, ob ein privatwirtschaftlich geführtes Konsortium in der Lage sei, ausreichend Geldmittel für die Realisierung des milliardenschweren Casino Resorts aufzubringen.

Laut Schätzungen könnte das Casino rund 2,7 Mrd. Euro kosten. Geplant ist der Bau eines Casinos in europäischem Stil, das an traditionelle japanische Werte angelehnt ist. Daneben sollen umfangreiche Hotel, Veranstaltungs- und Konferenzkapazitäten errichtet werden. Der Baubeginn könnte Mitte des Jahrzehnts erfolgen, sodass noch viele Jahre bis zur endgültigen Eröffnung vergehen dürften.

Der Politiker habe zudem bezweifelt, ob die Baukosten realistisch eingeschätzt seien. Als Antwort darauf habe die Regierung der Präfektur angekündigt, zeitnah nähere Details zu den IR-Plänen zu präsentieren. Darüber hinaus habe die Präfektur erklärt, am 15. und 17. Dezember weitere öffentliche Anhörungen zu dem geplanten IR veranstalten zu wollen.

Gegenwind aus der Bevölkerung

Doch auch aus der Bevölkerung erhalte das Projekt derzeit kräftig Gegenwind. Fast zeitgleich zu den Bedenken auf Politik- und Verwaltungsebene habe sich eine Bürgerinitiative zu Wort gemeldet, die das Casino in Nagasaki strikt ablehne.

Vergangene Woche hätten deren Vertreter von der Präfektur einen Stopp des Projektes gefordert. Der Bewerbung mangele es an Transparenz in Bezug auf die ökonomischen Vorteile, die sich die Initiatoren von dem Casino versprechen.

Zugleich zögen die Kritiker die Maßnahmen zum Spielerschutz in Zweifel. So erkläre die Organisation:

Viele Bürger lehnen die Versuche ab, das Wirtschaftswachstum auf eine Art und Weise zu fördern, die mit dem Risiko einhergeht, die Spielsucht zu erhöhen, und einen schlechten Einfluss auf die lokale Gesellschaft und die Jugend haben (…). Es wurde argumentiert, dass die Förderung von Casinos auf die Ersparnisse der japanischen Bevölkerung abzielt, nur um die ausländischen Casinos noch reicher zu machen.

Die Provinzregierung sei zu sehr von der möglichen Schaffung zusätzlicher Jobs beeinflusst. Es sei nicht akzeptabel, diese auf Basis eines „ungesunden (…) Casino-Angebotes“ umzusetzen.

Unabhängig vom Ausgang der Diskussion in Nagasaki wird die endgültige Entscheidung bei der Zentralregierung in Tokio liegen. Diese könnte Mitte nächsten Jahres erfolgen. Erst dann dürfte endgültig feststehen, ob Casinos Austria zu einem der großen Glücksspielanbieter in Japan aufsteigen wird.