, 11.08.2019

Das für 2020 geplante Comeback von Wayne Rooney (33) im englischen Fußball wird von Vorwüfen überschattet. Kritker bemängeln, der Starspieler pflege eine zu große Nähe zu Glücksspielanbieter 32Red, dem Hauptsponsor des Vereins. Nun meldet sich auch die Church of England zu Wort und fordert den Fußballer auf, weniger ans Geld und mehr an seine Fans zu denken.

 

Wayne Rooney bei Derby: 7,8 Millionen GBP für 18 Monate

 

In der vergangenen Woche gab der britische Starfußballer Wayne Rooney sein Comeback im englischen Fußball bekannt. Ab Januar 2020 wird der 33-Jährige für den Championship Verein Derby County nicht nur auf dem Platz stehen, er übernimmt auch Aufgaben als Co-Trainer.

 

Maßgeblich mitverantwortlich für die hochdotierte Verpflichtung bei seinem neuen Verein soll dessen Trikotsponsor, der Glücksspielanbieter 32Red, gewesen sein. Durch einen erst kurz zuvor verhandelten Sponsorenvertrag in Rekordhöhe soll er Derby County die nötigen Mittel für Rooney zur Verfügung gestellt haben.

Angeblich soll Wayne Rooney von Derby County ein Gehalt von rund 100.000 GBP pro Woche erhalten. Dies entspräche rund dem Fünffachen des durchschnittlichen Gehalts von Spielern der Championship. Nach Ablauf des zunächst auf 18 Monate begrenzten Vertrages wäre Wayne Rooney somit um 7,8 Millionen GBP reicher.

Nicht nur das Rekordgehalt des Stürmers sorgt in der Öffentlichkeit für Unmut. Rooney soll künftig mit der Spielnummer 32 auflaufen und damit bei jedem Einsatz als eine Art Werbefigur für Sponsor 32Red fungieren.

 

Kritiker äußern den Verdacht, dass der neue Sponsorenvertrag und somit Rooneys Gehalt in direkter Verbindung zu seiner Trikotnummer stehen.

 

“Die Marke nicht besudeln”

 

Mit Dr. Alan Smith, dem Bischof von St. Albans, meldet sich nun auch die Church of England zur Causa Rooney zu Wort. Smith vertritt die Kirche in Fragen des Glücksspiels. Er setzte sich bereits in der Vergangenheit ausdrücklich für den Spielerschutz in Großbritannien ein.

 

In einem Gespräch mit dem britischen Guardian forderte er Wayne Rooney auf, sich seiner Vorbildfunktion bewusst zu werden. Dazu gehöre die Weigerung das Trikots mit der Nummer 32 zu tragen:

Rooney sollte den Anfang machen und sich für seine Fans einsetzen, indem er sich weigert, dieses Trikot zu tragen. Wenn junge Fußballer sehen, wie ein Nationalheld sich weigert, seine eigene Marke zu besudeln und sich moralisch positioniert, wird dies Familien jetzt und in Zukunft besser vor Schäden schützen, die das Glücksspiel anrichtet.

Smith erklärte weiter, dass es einen wissenschaftlichen Konsens in Bezug auf die Auswirkung von Glücksspielwerbung auf Kinder gebe. Prominente, so der Bischof, müssten endlich einsehen, dass sie ihren Fans keinen Gefallen täten, wenn sie sich in der Öffentlichkeit mit den Logos von Glücksspielanbietern präsentierten.

 

Er hoffe, so Bischof Smith, dass Wayne Rooney den gesellschaftlichen Aufschrei vernehme. Er solle damit beginnen, Entscheidungen zu treffen, die zugunsten seiner Fans und nicht allein seines Bankkontos gingen.

 

Wayne Rooney: Erfahrung mit Kontrollverlust

 

Wayne Rooney beisst sich auf die Lippen

Der Fußballer kennt die Gefahren des Glücksspiels aus eigener Erfahrung (Quelle:Станислав Ведмидь, licensed under CC BY-SA 3.0)

Mit dem Statement des Bischofs steigt der Druck auf Wayne Rooney weiter an. Während der vergangenen Woche hatten britische Medien vermeldet (Seite auf Englisch), dass die Ehefrau des 33-Jährigen alles andere als begeistert von der Werbepartnerschaft ihres Mannes mit 32Red sei.

 

Coleen Rooney sei hochgradig besorgt, welchen Einfluss die Nähe zu dem Glücksspielanbieter auf ihren Mann habe. Rooney selbst soll in der Vergangenheit immer wieder die Kontrolle über sein Spielverhalten verloren haben.

 

In seiner Autobiographie von 2006 gab der Fußballer selbst an, in der Vergangenheit beim Versuch, die Verluste beim Glücksspiel wettzumachen, immer höhere Summen gesetzt zu haben. Er sei geschockt gewesen zu erkennen, wie viel er gesetzt und verloren habe und wie dumm er gewesen sei.

 

No such thing as bad publicity

 

Ob sich der Druck, dem sich Wayne Rooney in der Öffentlichkeit und angeblich in seinem Privatleben ausgesetzt sieht, auf die Verträge zwischen ihm, seinem neuen Klub Derby County und Sponsor 32Red auswirken wird, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen.

 

Möglicherweise könnte die Trikotnummer 32 für Rooney dann passé sein. Trotzdem dürfte sich Glücksspielanbieter 32Red über den gelungenen Coup freuen:

 

Eine größere Reichweite als der kritisierte Rooney hätte auch der spielende Rooney nicht generieren können.

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