, 12.10.2020

Der australische Glücksspielriese Crown Resorts kämpft weiter um den Erhalt seiner Glücksspiellizenzen. Im Rahmen der fortwährenden Geldwäsche-Ermittlungen gegen den Konzern sind in dieser Woche mehrere Mitglieder der Geschäftsleitung vor den zuständigen Ermittlungsausschuss in New South Wales gebeten.

 

Den Auftakt hat heute Andrew Demetriou, Crowns Independent Director und vormaliger Chef der Australian Football League, gemacht.

 

Wie die Zeitung The Sydney Morning Herald berichtet [Seite auf Englisch], habe er bei seiner Anhörung eingeräumt, dass der Konzern bei seiner Zusammenarbeit mit chinesischen Junket Operators den Aspekt der Geldwäsche-Prävention „nicht ernst genug“ genommen habe.

Im Juli 2019 deckten die australischen Zeitungen The Age, The Sydney Morning Herald sowie das TV-Nachrichtenmagazin 60 Minutes einen vermeintlichen Geldwäscheskandal rund um Crown Resorts auf. Der Konzern soll mit sogenannten Junket Operators aus China kooperiert haben, um wohlhabende VIP-Gäste anzuwerben. Einer der Anbieter, Sun City, soll innerhalb des Crown Casino Melbourne Geldwäsche betrieben haben. Der Anbieter stehe zudem im Verdacht, enge Verbindung zu chinesischen Triaden zu unterhalten.

Gleichzeitig habe Demetriou sein Unternehmen jedoch verteidigt. Es sei eine „komplexe Angelegenheit“, die Integrität von Junkets zu prüfen. Einige der Warnungen, die Crown damals in Bezug auf manche Anbieter erhalten habe, seien bloß „leere Anschuldigungen“ gewesen.

 

Keinesfalls jedoch habe das Unternehmen wissentlich weggeschaut. Die Verbindungen zu kriminellen Vereinigungen seien aufgrund „kultureller Compliance-Probleme“ innerhalb des Konzerns übersehen worden.

 

 

Glücksspiel-Behörden fordern „gute Gründe“ für Lizenzerhalt

Ausschuss-Mitglied Scott Aspinall habe Demetriou daraufhin gefragt, warum die Regierung von New South Wales einem Konzern, welcher Probleme mit der Regelbefolgung (Compliance) habe, eine weitere Glücksspiellizenz erteilen sollte.

 

Dieser habe daraufhin argumentiert, dass sich seine Aussage konkret auf Vorfälle aus dem Jahr 2016 bezogen hätte. Keinesfalls spiegle dies das gesamte Unternehmen und seine Belegschaft wider.

Wir sind heute unendlich besser positioniert als wir es letztes Jahr oder vor fünf oder sechs Jahren waren. Wir sind eine sehr gute Organisation. Wir leiten ein sehr großes und komplexes Geschäft und beschäftigen 18.500 Angestellte. […] In einigen Bereichen hatten wir nachweisliche Mängel, vor allem in den Bereichen, die die Ermittler beleuchtet haben. Aber das heißt nicht, dass wir in anderen Bereichen kein hervorragendes Geschäft machen.

Ob der Glücksspiel-Aufsicht von New South Wales diese Aussage genügen wird, bleibt fraglich. Wie The Sydney Morning Herald berichtet, müsse sich Crown darüber hinaus auch vor der Glücksspiel-Aufsicht des Bundesstaates Victoria verantworten.

 

Die Behörde habe den Konzern am Freitag offiziell aufgefordert, Beweise und „gute Gründe“ vorzubringen, warum sie ihm aufgrund der Geldwäsche-Vorwürfe nicht die Glücksspiel-Lizenz entziehen solle.

 

Sollten sich beide Behörden gegen Crown aussprechen, könnte der Konzern somit sowohl seine bestehende Lizenz für das Casino in Melbourne, Victoria, als auch die künftige in Sydney-Barangaroo, New South Wales, verlieren.

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