, 21.12.2018

Die Darts WM, die noch bis zum 1. Januar 2019 im Alexandra Palace in London ausgetragen wird, nähert sich ihrem Höhepunkt. Neben spektakulären Duellen der Darts Profis gibt es immer wieder Zwischenfälle und auch Überraschungen.

 

James Wades Zitterpartie

Der Brite James Wade hat es geschafft, die dritte Runde zu erreichen. Doch die Art und Weise, wie er seinen Gegner, den Japaner Seigo Asada, geschlagen hatte, sorgte für einen Eklat im Ally Pally, London [Seite auf Englisch].

 

Wade schrie seinen Gegner an und sparte nicht mit Provokationen. Während des Matches schien er mehrere Male die Kontenance zu verlieren. Doch was war der Grund für sein aggressives Verhalten? Das schien sich die Mehrheit der Zuschauer zu fragen.

 

James Wad

Unangemessenes Verhalten von James Wade. (Bild: wikipedia.org)

Es war ein äußerst nervenaufreibendes Match, denn der Brite lag gleich zweimal zurück, konnte dann aber beide Male ausgleichen. Im letzten Satz, der die Entscheidung bringen sollte, schaffte er es, mit 4:2 zu siegen.

 

Aber warum zeigte er ein derart unsportliches Verhalten? Selbst beim Händeschütteln nach dem Duell brüllte er den Japaner Asada, der beim gesamten Spiel ruhig und konzentriert wirkte, ein letztes Mal an und jubelte übertrieben laut.

 

War es Taktik? Oder gab es vielleicht vor der Begegnung einen Vorfall?

 

Wades Erklärung zu seinem Verhalten

Als Wade nach dem Turnier nach dem Grund für sein Verhalten gefragt wurde, antwortete der Brite:

„Ich wollte ihm weh tun, Ich wollte ihn ganz bewusst verletzen. Es war kein tolles Spiel von mir. Aber ich wollte weiterkommen. Das war für meinen Sohn und auch für das Vereinigte Königreich.“

Heftige Kritik in den Social Networks

Die Reaktionen aus dem Web reichten von Fassungslosigkeit bis hin zu harter Kritik. Der ehemalige Darts Profi und zweifache Sieger der World Masters, John Lowe, sagte, dass dieses Benehmen für einen Profi sehr enttäuschend sei.

 

Wayne Mardle, ehemaliger Profispieler, der seit mehreren Jahren für das britische Fernsehen die Darts Events begleitet, war einfach nur sprachlos, was eigentlich ungewöhnlich war, denn er gilt als äußerst wortgewandt.

 

Es ist durchaus möglich, dass Wade mit Konsequenzen rechnen muss, denn der Vorfall wurde bereits an die Darts Regulation Authority weitergeleitet.

 

Heute entschuldigte sich Wade bei Seigo Asada für sein unangemessenes Verhalten beim gestrigen Spiel. Er schrieb auf Twitter:

„Ich möchte mich aufrichtig für mein Benehmen vom Vorabend entschuldigen. Seigo Asada ist ein sehr guter Spieler, und ich möchte mich bei ihm, den Fans und der PDC entschuldigen. Jeder, der meine Profikarriere verfolgt hat, weiß, dass mein Verhalten nicht meinem Charakter entspricht. Ich bin von mir selbst enttäuscht, wie ich mich auf der Bühne und in den Interviews aufgeführt habe.“

Er fügte hinzu, dass er bereits vor dem Match mit seiner bipolaren Störung habe kämpfen müssen. Manchmal kämen Schübe, worüber er selbst sehr verärgert sei.

Vor sieben Jahren hat Wade öffentlich erklärt, dass er an psychischen Problemen leide. Er erklärte damit sein unpassendes Benehmen und aggressives Verhalten, mit dem er bereits bei früheren Veranstaltungen negativ aufgefallen war.

 

Auch Max Hopp konnte bereits Bekanntschaft mit unsportlichem Verhalten von Wade machen, als er ihm bei der Europameisterschaft den Handschlag verweigerte.

Wade ist nun weitergekommen und wird in der dritten Runde auf Jelle Klaasen oder Keegan Brown treffen. Doch das wird sich heute entscheiden.

 

Mensur Suljovic ausgeschieden

Michael van Gerwen

Wird Michael van Gerwen erneut Weltmeister? (Bild: wikipedia.org)

Der Österreicher Mensur Suljovic schied in der zweiten Runde überraschend gegen den Briten Ryan Searle mit 1:3 aus. Suljovic gehörte zu den Favoriten.

 

Die Buchmacher haben den Darts Profi immerhin an die siebte Stelle gesetzt. Nun ist nach dem Titelverteidiger Rob Cross ein weiterer Favorit ausgeschieden.

 

Zu Beginn des Duells gegen Searle sah es gar nicht so schlecht für „The Gentle“ aus, denn er konnte im ersten Satz gut punkten. Dann aber wurde der Brite immer stärker und gewann schließlich das Match.

 

Suljovic ist sehr unglücklich über die Niederlage und kommentierte sein Spiel:

„Das verstehe ich überhaupt nicht. Ich bin gut gestartet und dachte, es kann nichts schiefgehen. Und dann ging alles schief. […] Ich weiß nicht, was mit mir passiert. Ich habe sehr gut trainiert, alles hat gepasst. Ich weiß nicht, woran es liegt. Das tut weh.“

Tatsache ist, dass Suljovic bei einer Darts WM noch nie sein volles Potential aktivieren konnte. Er hatte es bis dato nie geschafft, über das Viertelfinale hinauszukommen. Es sei nicht sein Turnier, ergänzte der Österreicher am Ende sein Statement.

 

Es bleibt spannend im Londoner „Ally Pally“. Wer wird sich am Ende den Titel holen? Wird es einer der Favoriten, Gary Anderson aus Schottland, der Niederländer Michael van Gerwen oder Peter Wright aus Schottland werden oder wird ein Underdog nach der Krone greifen? Bisher war es eine WM, die zahlreiche Überraschungen und Wendungen für die Fans bereithielt.