, 12.01.2021

Die Polizei hat am Sonntag in einer Shisha-Bar in Berlin Tempelhof 27 Personen festgenommen, die an einer illegalen Pokerrunde teilgenommen haben sollen. In einer Pressemitteilung nahm der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Automatenwirtschaft e. V. (DAW), Georg Stecker, am Montag Stellung zur gegenwärtigen Situation der Glücksspielbranche.

 

Polizeimeldungen zufolge hätten sich am Wochenende 27 Personen im Alter zwischen 16 und 38 Jahren in der Ringbahnstraße in Tempelhof versammelt und an einer nicht genehmigten Pokerrunde teilgenommen.

 

Die Beteiligten hätten zudem gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verstoßen. Sie sollen Shisha geraucht und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben.

 

Der Raum, der sich im Keller befand, sei rund 225 Quadratmeter groß und völlig verraucht gewesen. Fenster oder eine Entlüftungsanlage seien nicht vorhanden gewesen.

 

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker begrüßte in seiner Stellungnahme den Einsatz der Ordnungskräfte und äußerte seine Sorge über das Anwachsen des illegalen Glücksspiels in der Hauptstadt.

 

Grund dafür sei laut Stecker nicht zuletzt das massive Zurückdrängen der legalen und regulierten Glücksspielangebote. Stecker führt aus:

Das zeigt, dass es bei der Regulierung auf die Qualität des Angebots und des Betreibers ankommt. Nur mit einer qualitätsorientierten Regulierung, einem verbesserten Berufszugang und durch Stärkung des legalen Angebots können wir wirksam Illegalität bekämpfen und Verbraucherinnen und Verbraucher schützen.

Illegales Glücksspiel außer Kontrolle

Die Veranstaltung der illegalen Pokerrunde in Berlin Tempelhof war nicht der einzige Vorfall in den vergangenen Tagen. Erst am vergangenen Freitag hatte die BZ Berlin von einer illegalen Glücksspielveranstaltung in einer Wohnung in Alt-Hohenschönhausen berichtet.

 

Wie die Berliner Behörde mitgeteilt habe, sollen 35 Personen versammelt gewesen sein. Die Polizei habe zwei Glücksspielautomaten sowie Bargeld in fünfstelliger Höhe beschlagnahmt. Einige der Beteiligten sollen sich illegal in Deutschland aufgehalten haben und seien festgenommen worden.

 

Der 1. Vorsitzende der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland e.V., Thomas Breitkopf, erklärt, dass das illegale Spiel in Berlin mittlerweile außer Kontrolle geraten sei.

 

Breitkopf kommentiert:

Hier werden seit Jahren der Jugend- und Spielerschutz und nun auch der Infektionsschutz mit Füßen getreten. Die Antwort darauf kann nur ein konsequentes und hartes Vorgehen gegen illegale Anbieter und eine Stärkung der legalen Automatenunternehmer sein.

Bereits im Oktober 2020 hatte die Deutsche Automatenwirtschaft auf die Gefahr hingewiesen, dass die Schließung der Spielhallen und das Zurückdrängen der regulierten Angebote eine Abwanderung in den schwarzen Markt zur Folge haben könne. Diese Befürchtung scheint sich nun zu bewahrheiten.

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