Samstag, 03. Dezember 2022

Deutsche Glücksspiel­behörde kämpft mit neuer Expertin gegen illegales Glücksspiel

Lupe, Figur, Karten, Chips Die Expertin Nadja Wierzejewski wird bei der GGL gegen illegale Online-Glücksspiel-Anbieter vorgehen. (Bild: pixabay.com, casinoonline.de)

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat in ihren Bemühungen bei der personellen Akquise einen neuen Erfolg zu verbuchen. Die Juristin und Expertin für Glücksspielrecht, Nadja Wierzejewski, wird am 1. Juli die Leitung der Abteilung zur Bekämpfung illegalen Glücksspiels übernehmen. Dies teilte die GGL am Montag in einer Presseerklärung mit.

Zu den Aufgaben der neuen Abteilungsleiterin bei der GGL sollen im Rahmen der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels die Kontrolle und die Umsetzung der Vollzugsinstrumente IP-Blocking und Payment-Blocking gehören. Weiterhin werde Wierzejewski das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem (LUGAS) überwachen.

Bei LUGAS handelt es sich um ein System, mit dem die Glücksspielaufsicht die von den Betreibern erfassten Daten auswerten kann. LUGAS soll sicherstellen, dass die Einzahlungslimits eingehalten werden und dass die parallele Nutzung mehrerer Glücksspiel-Webseiten verhindert wird. Der Anschluss an LUGAS ist für alle Anbieter für Online-Glücksspiel obligatorisch.

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Kritiker halten das Sperrsystem für zu restriktiv. (Bild: pixabay.com)

Allerdings gab es bei der Einführung des Systems auch kritische Stimmen. So meldete der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken an. Auch der Europäische Glücksspielverband European Gaming and Betting Association (EGBA) hält die Vorgaben für zu restriktiv.

Kampf gegen illegales Glücksspiel mit harter Hand

Wierzejewski hat seit 2008 die Leitung der Glücksspielaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz (ADD) in Trier inne. Sie kann eine langjährige Erfahrung im Bereich des Kampfes gegen illegales Glücksspiel vorweisen.

Dabei hatte sich das Team um die Juristin insbesondere auf das terrestrische Glücksspiel konzentriert. Auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen Automaten-Großhandels-Verbandes (DAGV) am 22. Juni in Berlin resümierte Wierzejewski die bisherigen Erfolge ihres Teams in Rheinland-Pfalz.

So sei ein deutlicher Rückgang des illegalen Glücksspiels zu verzeichnen. Dies sei durch Kontrollen und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den legalen Anbietern erreicht worden.

Wierzejewski erklärte zur Vorgehensweise:

Durch das Siegel, das man bei Verstößen im terrestrischen Glücksspiel an die Tür kleben kann, haben wir beim Kunden sichtbar das Bewusstsein dafür geschärft, was illegal ist.

Nun wird die Expertin auch im Bereich des Online-Glücksspiels den illegalen Betreibern den Kampf ansagen. Wierzejewski soll zunächst für drei Monate zur GGL abgeordnet werden.