Sonntag, 02. Oktober 2022

Positiver Ausblick: Deutscher Pferderennsport verzeichnet 2021 leichte Erholung

Rennpferde am Start bei Pferderennen Der deutsche Pferderennsport konnte sich 2021 etwas erholen (Bild: Pixabay)

Die deutsche Pferdesport-Branche hat sich während des zweiten Corona-Krisenjahrs 2021 im Vergleich zu 2020 leicht erholt. Obwohl der Sport sein Niveau von 2019 noch nicht erreicht habe, seien die beobachteten Trends positiv zu bewerten, schlussfolgert Deutscher Galopp, die Dachmarke für den deutschen Pferderennsport. Für das Jahr 2022 erwarte der Veranstalter einen weiteren Aufschwung.

Mehr Rennen und höhere Preisgelder

Im Vergleich zur Glücksspiel-Branche im Allgemeinen scheint der Pferderennsport die Corona-Krise bislang gut zu verkraften. Mussten Casinos, Spielhallen und Wettbüros in den letzten zwei Jahren immer wieder für Wochen oder Monate am Stück schließen und damit gänzlich auf Einnahmen verzichten, fanden in beiden Jahren weiterhin fast durchweg Pferderennen statt.

So seien laut Deutscher Galopp im Jahr 2021 insgesamt 112 Renntage mit 972 Rennen veranstaltet worden. 2020 seien es lediglich 96 Renntage mit 893 Rennen gewesen. Während sich somit Erholungstrend abzeichne, sei das Niveau von 2019 mit 146 Renntagen und 1.144 Rennen noch nicht erreicht.

Auch die Höhe der ausgeschütteten Preisgelder habe sich wieder leicht erholt. Seien 2019 noch insgesamt 13,1 Mio. Euro Preisgelder verliehen worden, sei die Summe 2020 auf 8,6 Mio. Euro eingebrochen. 2021 lagen diese bei 10,2 Mio. Euro.

Darin nicht eingerechnet seien die im Ausland erzielten Gewinne. So seien 2021 insgesamt 2.856 Rennpferde aus Deutschland bei Rennen im Ausland angetreten. 2019 seien es 2.733 und 2020 lediglich 2.046 Pferde gewesen.

Besonderen Erfolg im In- und Ausland hatte im Jahr 2021 das fünfjährige Rekord-Pferd Torquato Tasso vom Gestüt Auenquelle. Von seinen fünf offiziellen Rennen im letzten Jahr schaffte es der Hengst dreimal auf Platz 1. Für Schlagzeilen sorgte vor allem sein Sieg beim 100. Prix de l’Arc de Triomphe in Paris am 3. Oktober. Torquato Tasso startete dabei als Außenseiter mit Quoten von 73. Dennoch legte er ein spektakuläres Rennen hin und holte sich den Sieg und damit das Preisgeld von 2,5 Mio. Euro.

Insgesamt hätten die deutschen Pferde 2021 im Ausland 8,9 Mio. Euro Preisgelder gewonnen. 2020 seien es nur 4,5 Mio. Euro gewesen und 2019 mit 5,9 Mio. Euro ebenfalls deutlich weniger.

Leichter Einbruch bei den Wettumsätzen

Trotz der höheren Anzahl von Events und Rennen hätten sich die Wettumsätze 2021 im Vergleich zu den Vorjahren jedoch leicht geschmälert. So sei 2021 ein Gesamtwettumsatz von knapp 24 Mio. Euro erreicht werden. 2019 hätten die Umsätze aus Pferdewetten bei 26,7 Mio. Euro gelegen, 2020 bei 26 Mio. Euro.

Die Umsätze aus dem Jahr 2021 seien dennoch positiv zu werten. So hätten die Buchmacher im Jahr 2020 alle Wetteinsätze an den Totalisator vermittelt. Dies sei 2021 nur noch teilweise notwendig gewesen.

Mehr Rennen für 2022 geplant

In Bezug auf das neue Jahr 2022 zeigt sich Deutscher Galopp positiv. So beinhalte der Rennkalender für dieses Jahr insgesamt 139 Renntage auf den deutschen Rennstrecken.

Besondere Highlights in diesem Jahr dürften erneut die Gruppenrennen IDEE Deutsches Derby und der Henkel Preis der Diana werden. Der 153. Deutsche Derby soll am 3. Juli in Hamburg ausgetragen werden. Das Rennen ist ebenso wie 2021 mit 650.000 Euro dotiert.

Der traditionsreiche Henkel Preis der Diana hingegen soll am 7. August in Düsseldorf stattfinden. Das Rennen findet damit bereits zum 164-mal statt und ist wie im Vorjahr mit 500.000 Euro dotiert.

Ob die deutsche Pferderennsport-Branche damit in diesem Jahr ihr Niveau von 2019 erreichen oder übertreffen könnte, dürfte erneut insbesondere vom weiteren Corona-Geschehen abhängen.