, 25.11.2021

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat sich am Dienstag für ein Werbeverbot für Glücksspiel und Sportwetten ausgesprochen. Tags darauf wies der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) die Forderung Mäurers in einer Pressemitteilung entschieden zurück.

 

Die Umsetzung der Pläne des Innensenators befeuere nicht nur den Schwarzmarkt, sondern stelle auch den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) in Frage. Dieser sei von allen 16 Landtagen beschlossen worden, auch von der Bremischen Bürgerschaft.

Mäurer sprach sich am Dienstag nicht zum ersten Mal gegen Sportwetten-Werbung aus. Bereits im Juli dieses Jahres forderte der Politiker bei buten un binnen, „diesen ganzen Spuk zu verbieten“.

 

Viele Menschen würden in den Ruin getrieben. Derzeit seien rund 200.000 Menschen spielsüchtig. Die Tatsache, dass Medienkonzerne wie Axel Springer und auch die ARD von Sportwetten profitierten, mache diese mitschuldig.

Glücksspielwerbung schützt die Verbraucher

Der GlüStV befürworte ausdrücklich, dass lizenzierte Sportwetten- und Glücksspiel-Unternehmen für ihre Angebote werben dürften. Auf diese Weise seien staatlich geprüfte und legale Sportwetten und Glücksspiele für den Bürger identifizierbar. Insbesondere Online-Angebote seien sonst für den Verbraucher nicht zu finden.

 

Gleichzeitig biete Werbung Schutz vor illegalem und unreguliertem Glücksspiel. Selbst der Europäische Gerichtshof habe in einem Urteil befunden, dass Sportwetten-Werbung die Kundennachfrage auf den regulierten Markt lenke.

 

DSWV-Präsident Mathias Dahms kommentiert:

Da nach wie vor viele illegale Anbieter am deutschen Markt aktiv sind, kommt der Werbemöglichkeit für erlaubte Anbieter eine zentrale Bedeutung zu. Wie sollen die Bürger sonst sichere von unsicheren Angeboten unterscheiden? Die Bundesländer haben in jahrelangen Verhandlungen eine gute Balance zwischen der öffentlichen Sichtbarkeit von legalen Glücksspielangeboten und den Belangen des Jugend- und Spielerschutzes gefunden. […]

Forderung nach Werbeverbot: ein Widerspruch in sich

Werbung sei jedoch nicht nur für eine erfolgreiche Kanalisierung des regulierten Glücksspiels hilfreich. Die Forderung Mäurers würde zudem bedeuten, dass auch die staatlichen Glücksspielangebote betroffen wären.

 

Unter anderem werbe auch Lotto Bremen für seine Produkte. Zudem betreibe der Anbieter Sportsponsoring. Würden die staatlichen Glücksspielangebote bevorzugt, indem für diese geworben werden dürfe, entstehe der Eindruck, der Staat messe mit zweierlei Maß, so Dahms:

[…] Schließlich sind alle Inhaber einer deutschen Glücksspielerlaubnis – sowohl staatlich als auch privat – von den Behörden sehr aufwändig auf ihre Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit geprüft worden. Das gilt insbesondere auch für deren Werbekonzepte. Werbung für illegale Anbieter ist nach dem Gesetz verboten, auf die Durchsetzung dieses Verbots sollten sich die Vollzugsbehörden konzentrieren.

Mäurers Forderung nach einem Werbeverbot könnte sich auch auf die Sportvereine negativ auswirken. So berichtete der Weser Kurier am Mittwoch, dass dies für den Zweitligisten Werder Bremen Einnahmeverluste in Millionenhöhe bedeute.

 

Allein der Sponsoring-Deal mit seinem Wettpartner betway soll dem Verein jedes Jahr rund eine Million Euro einbringen. Da Mäurer seine Forderung bundesweit durchsetzen will, dürfte nicht allein Werder Bremen davon betroffen sein.