, 16.11.2018

Die deutsche Nationalmannschaft konnte ihr Testspiel gegen Russland am Donnerstagabend mit 3:0 gewinnen. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw überzeugte in der Leipziger Red Bull Arena vor 35.000 Fans durch starken Kombinationsfußball und ein mutiges Auftreten.

 

Spielerisch überzeugend

 

Für Joachim Löw, der mit der Nationalmannschaft in den letzten drei Nations League-Spielen zwei Niederlagen kassierte, war das Freundschaftsspiel gegen Russland von Brisanz. Denn vor dem wichtigen Spiel gegen die Niederlande am kommenden Montag brauchte die Mannschaft dringend ein positives Signal.

 

Und tatsächlich lieferte das DFB-Team von Anfang an eine gelungene Vorstellung ab.

Deutschland gegen Russland im direkten Vergleich

Deutschland und Russland trafen in Freundschaftsspielen 13-mal aufeinander. In den 13 Partien fielen insgesamt 35 Tore. Davon erzielten die deutsche Elf 23 Tore und das russische Team 12 Tore. Deutschland gewann 9 Freundschaftsspiele, die Russen 3. Ein Duell ging unentschieden aus.

Gleich zu Anfang begann die DFB-Elf sicher zu kombinieren und sich Chancen zu erarbeiteten. So kam es, dass Leroy Sané nach Passspiel über Serge Gnabry und Thilo Kehrer in der 8. Minute die frühe Führung gegen die Russen erzielte.

 

Deutschland machte nach der Führung weiter Druck. Die Russen reagierten mit einer defensiven Strategie, konnte aber vor der Fünferkette keine Bälle abfangen, um zum Konter überzugehen.

 

Jogi Löw

Jogi Löw brauchte einen Sieg gegen die Russen. (Quelle: Wikipedia)

Deutschland hingegen hielt den Ball und erarbeitete sich weitere Chancen, wie durch Sané in der 15. Minute. Doch es sollte bis zur 25. Minute dauern, bis es erneut im Tor der Russen klingelte.

 

Nach einem Eckball nutzte Niklas Süle die Unordnung im russischen Strafraum aus und bugsierte das Leder aus sechs Meter ins russische Tor.

 

Russland schien das Spiel zu diesem Zeitpunkt zu entgleiten. Die Deutschen, die in der ersten Halbzeit bis zu 80 % Ballbesitz hatten, ließen wenig Fehler zu und nutzen endlich wieder ihre individuellen Stärken.

 

So kam es, dass der 19-jährige Kai Havertz in seinem zweiten Länderspiel den Ball passgenau auf den laufstarken Serge Gnabry spielte, der die Kugel mit eiskalter Präzision im Tor unterbrachte. Russlands Keeper Andrei Lunev hatte bis dahin nichts zu halten.

 

Es sollte bis zur 48. Minute dauern, bis die Gäste aus Russland zu einer hochkarätigen Chance kamen. Nach einem Pass aus der linken Spielfeldhälfte konnte Alex Ionov Antonio Rüdiger aussteigen lassen, schoss aber aus 10 Metern am Tor vorbei.

 

Eine zweite Hälfte ohne viel Pepp

 

Die zweite Hälfte des Spiels begann mit etwas mehr Spielanteil für die Russen, die allerdings nicht zu zwingenden Torchancen gelangten.

 

Überhaupt nahmen die Konzentration und der Spielfluss im zweiten Durchgang merklich ab. Dies hatte nicht zuletzt damit zu tun, dass beide Trainer zusammen insgesamt 12 Auswechslungen vornahmen.

 

Es sollte bis zur 77. Minute dauern, bis sich Deutschland wieder eine gute Torchance erarbeitete. Nachdem Leon Gorezka aus dem Mittelfeld Richtung russischen Strafraum aufgebrochen war, passte dieser auf den völlig freien Nico Schulz, der die Kugel von der linken Strafraumgrenze scharf in die Mitte zu Thomas Müller gab. Müller war frei vor dem Tor, verpasste allerdings knapp den Ball und blieb in der Partie torlos.

 

Leroy Sané

Matchwinner Leroy Sané. (Quelle: Wikimedia)

Kurz vor dem Ende des Spiels gelangten die Deutschen durch einen Standard noch einmal zu einer guten Torgelegenheit.

 

In der 87. Minute kam der eingewechselte Julian Brandt nach Eckball von Kimmich zum Schuss, der jedoch von den russischen Verteidigern abgeblockt wurde.

 

Es blieb letztlich bei einem verdienten 3:0. Einem Arbeitssieg, der sich auch in den Statistiken des Spiels niederschlug. So hatte Deutschland insgesamt 69 % Ballbesitz und spielte 699 Pässe.

 

Die Russen kombinierten im Gegensatz dazu nur 313-mal. Auch die Passgenauigkeit der Russen konnte mit 74 % nicht mit der der Deutschen konkurrieren. Sie betrug hervorragende 85 %.

 

Der Bundestrainer bewertete das Spiel selbstkritisch, zeigte sich mit der Performance auf dem Rasen aber unterm Strich zufrieden. Gegenüber Eurosport sagte Joachim Löw:

 

“Die erste Hälfte war gut, wir hatten eine gute Spielkontrolle. Wir haben in einigen Situationen in die Tiefe gehen können, Dynamik hergestellt und zwei Tore schön herausgespielt. Nach der Pause ging aber etwas der Spielfluss verloren. Wir hatten auch nicht mehr so die Raumaufteilung und weniger Ordnung. Da hatten wir auch wieder etwas Durcheinander.”

 

Das Spiel gegen die Russen macht Hoffnung für das Spiel gegen die Niederlande am Montag. Schließlich bot Löw gegen das russische Team die jüngste Elf (Altersdurchschnitt 24.46 Jahre) auf, die im Jahre 2018 überhaupt für Deutschland das Spielfeld betrat.

 

Das klare Ergebnis spricht dafür, dass Löw eine bessere Koordination zwischen den jungen Spielern herstellen konnte und auch deren individuelle Stärken vorteilhafter in die Spielstrategie einfließen ließ.

Das sind die Quoten für das Spiel Deutschland gegen Niederlande am 19.11.2018

Die Buchmacher sehen Deutschland im direkten Vergleich als Favoriten mit einer Siegquote von 1.65 gegen die Niederlande mit einer Siegquote von 5.00. Die Quote auf ein Unentschieden liegt bei 3.75.

Es sind diese jungen Wilden, die es für einen Sieg in der Nations League gegen die Niederlande braucht.