, 02.12.2020

Die Glücksspielgesetze in der norditalienischen Region Emilia-Romagna gelten als besonders streng. Anfang der Woche hat die Gesundheitskommission der Regionalregierung nun Bilanz über deren Effektivität gezogen. Wie die Zeitung Bologna Today gestern berichtet hat [Seite auf Italienisch], sei die Kommission der Ansicht, ihren Zielen in den letzten Jahren drastisch näher gekommen zu sein:

 

Nicht nur habe sich die Anzahl aktiver Spielhallen und Spielstätten in der Region in den letzten sieben Jahren dramatisch reduziert, es seien auch nennenswerte Erfolge in der Prävention und Behandlung von Spielsucht erzielt worden.

 

Grund dafür sei insbesondere das 2013 verabschiedete „Regionalgesetz zur Bekämpfung, Vorbeugung und Reduzierung von Glücksspielsucht“.

Die Regulierung des landbasierten Glücksspielsektors fällt in Italien weitgehend in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Regionen. Das betrifft insbesondere Regelungen über die Mindestabstände zwischen Spielhallen, die maximale Anzahl zulässiger Spielgeräte pro Spielstätte oder die Öffnungszeiten der Spielstätten. Die fünf italienischen autonomen Regionen mit Sonderstatut dürfen darüber hinaus auch ihre eigenen regionalen Steuergesetze verabschieden. Die Regulierung des Online-Glücksspiels hingegen bleibt Aufgabe der Zentralregierung.

Mit dem Gesetz seien damals erstmals Mindestabstände von 500 Metern Luftlinie zwischen Spielhallen bzw. Etablissements mit Spielautomaten eingeführt worden.

 

Die Abstände seien nicht nur zwischen den Spielstätten selbst einzuhalten, sondern auch zwischen diesen und öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern und Sportvereinen.

 

Hunderte Spielhallen zur Schließung gezwungen

Allein durch diese Vorgabe habe die Region bis heute die Schließung von 155 Spielhallen in 255 verschiedenen Gemeinden der Region erwirkt. Weiteren 161 Spielhallen stehe die Schließung unmittelbar bevor.

 

Im Jahr 2021 werde sich die Zahl legal operierender Spielhallen erneut drastisch reduzieren, da ein Großteil der aktiven Konzessionen verfalle. Gemäß dem Gesetz aus dem Jahre 2013 könnten die Konzessionen nicht verlängert oder neu ausgestellt werden. Die Spielstätten der Region sollten so „Schritt für Schritt aussterben“.

 

Lia Montalti, Mitglied der Gesundheitskommission, kommentiert:

Nicht nur reduzieren sich die Orte, an denen gespielt werden kann, und somit die Zahl der Nutzer. Es werden gleichzeitig auch immer mehr Hilfsangebote […] geschaffen. Meiner Ansicht nach hat das Gesetz, an dem wir alle hart gearbeitet haben, viel Gutes gebracht.

Der Kampf gegen das problematische Glücksspiel sei dennoch längst nicht gewonnen. So hätten Studien zuletzt gezeigt, dass Spielsucht insbesondere unter jungen Menschen und Minderjährigen ein wachsendes Problem darstelle. Hier müsse die Regierung daher als nächstes ansetzen.

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