Dienstag, 04. Oktober 2022

Einheitliche Regulierung des Pferde­rennsportes in den USA geplant

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Dem US-amerikanischen Pferderennsport steht eine umfangreiche Reformierung bevor. Wie der Nachrichtensender Fox News am Donnerstag berichtet hat [Seite auf Englisch], werde das  Repräsentantenhaus in Kürze über den Horseracing Integrity and Safety Act abstimmen.

Das neue Gesetz sehe eine US-weite Vereinheitlichung der Branche vor. Derzeit formuliere jeder US-Bundesstaat seine eigenen Regelungen in Bezug auf die Sicherheit der Pferde und den Schutz der Integrität des Sportes.

In Zukunft solle es eine zentrale Regulierungsbehörde geben, die ein einheitliches Regelwerk für die Vereinigten Staaten festlege. Der Senat habe dem Vertragsentwurf bereits Ende September zugestimmt. Das Gesetz könnte Anfang 2022 in Kraft treten

Bessere Prävention gegen Doping

Eines der wichtigsten Ziele der künftigen Regulierung sei die effektive Vorbeugung gegen Doping und Medikamentenmissbrauch. So solle es künftig in den gesamten USA verboten sein, den Pferden blutungshemmende Medikamente, sogenannte Hämostatika, zu verabreichen.

Darüber hinaus solle es striktere Regeln für den Einsatz von bronchienerweiternden Mitteln geben, die oft eingesetzt würden, um den Muskelaufbau der Pferde zu beschleunigen. Eines dieser Medikamente, Clenbuterol, solle gänzlich verboten werden.

Clenbuterol dient ursprünglich der Bekämpfung von Atemwegserkrankungen. Im Pferdesport werde es Insiderinformationen zufolge jedoch als Wachstumsbeschleuniger für Muskelmasse missbraucht. Das Medikament habe dabei potenziell starke Nebenwirkungen: es verringere die Knochenstärke und führe zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Viele Pferde-Besitzer wüssten um die Gefährlichkeit der Medikamente und entschieden sich bewusst gegen deren Einsatz, selbst dort, wo sie legal seien. Dem Trainer Mark Casse, der mit sechs Rennpferden im Breeder’s Cup 2020 vertreten ist, sei dies ein Dorn im Auge.

Da andere Trainer derartige Medikamente verwendeten, entstünden automatisch unfaire Wettbewerbsbedingungen. Das gefährde die gesamte Integrität des Sportes.

Anti-Doping-Behörde befürwortet strikteres Regelwerk

Nicht nur verantwortungsbewusste Trainer und Pferde-Besitzer begrüßten die geplante Vereinheitlichung der Regulierung, inklusive der strikteren Regeln gegen Medikamentenmissbrauch. Auch die Anti-Doping-Behörde der USA (USADA) spricht sich klar für ein strengeres Regelwerk aus. CEO Travis T. Tygart, kommentiert:

Ich denke, es wird die gesamten Spielregeln in der Branche ändern, wenn es darum geht, die Gesundheit und Sicherheit der Pferde sowie die Integrität und Fairness des Wettbewerbs zu bewahren.

Die Branche solle wieder „sauber“ werden und der Pferderennsport somit wieder zu dem angesehen Sport werden, der er eins gewesen sei.

Zwar würden die künftigen standardisierten Testverfahren und die strikte Durchsetzung der Regeln einen höheren Kostenaufwand für die Industrie bedeuten, doch seien die Kosten des Unterlassens langfristig deutlich höher.