, 10.03.2020

Im US-Pferderennsport bahnt sich ein neuer Doping-Skandal an. Die Staatsanwaltschaft von New York gab am Montag bekannt, dass sie gegen 27 Beschuldigte wegen des Verdachts auf das systematische Doping von Pferden ermittle.

 

Zu den Verdächtigen zählen für die staatlichen Ermittler Trainer, Veterinäre und weitere Personen aus der Rennsportszene. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, könnten den Beteiligten mehrjährige Haftstrafen drohen.

 

Star-Trainer unter den Beschuldigten

Unter den Beschuldigten befindet sich auch Jason Servis, einer der erfolgreichsten Trainer der USA. Der Anklageschrift zufolge hätten die Ermittler unter anderem einen Anruf von ihm nachverfolgen können, bei dem der Trainer mit dem Veterinär Kristian Rhein über die Verabreichung des Steroids SGF-1000 bei einem Rennpferd gesprochen habe.

 

Servis habe sich während des Gesprächs besorgt gezeigt, dass das Pferd vor einem bevorstehenden Rennen positiv getestet werden könne. Der Tierarzt haben ihn jedoch beruhigt:

Dafür gibt es in Amerika keinen Test.

Darüber hinaus erwähnten die Ermittler ein weiteres belastendes Telefonat. So habe Servis einige Monate zuvor den Trainer Jorge Navarro kontaktiert und ihm berichtet, dass er fast seinen gesamten Rennstall mit dem Dopingmittel SGF-1000 versorgt habe. Daraufhin habe Navarro geantwortet, dass er am Telefon nicht über Details sprechen wolle.

 

Trainer von 10 Mio. Dollar-Siegpferd

Erst vor wenigen Tagen hatte ein von Servis trainiertes Pferd das höchstdotierte Rennen des Jahres gewonnen: Am 29. Februar hatte der Hengst Maximum Security beim Saudi Cup triumphiert und dafür ein Rekordpreisgeld von 10 Mio. US-Dollar kassiert.

Dass die Praxis des Pferdedopings nicht nur auf die USA beschränkt ist, zeigt sich in Großbritannien, wo heute die Rennsportwoche von Cheltenham beginnt. Dort war der Star-Trainer Mahmood Al Zarooni im Jahr 2013 überführt worden, mindestens elf seiner Pferde mit Anabolika gedopt zu haben. Der heute 43-Jährige war vom britischen Pferdesportverband daraufhin für acht Jahre gesperrt worden. Die bis 2021 andauernde Sperre ist die höchste Strafe, die im britischen Pferderennsport bisher verhängt wurde.

Der Skandal könnte den Niedergang des Pferderennsports in den USA weiter beschleunigen, nachdem die Branche in den letzten Monaten aufgrund zahlreicher Vorkommnisse in die Schlagzeilen geraten ist.

 

Dabei war insbesondere die Rennbahn im kalifornischen Santa Ana in den Blickpunkt geraten, wo innerhalb eines Jahres über drei Dutzend Pferde zu Tode gekommen sind. Die nun bekannt gewordene Dopingpraktiken könnten dazu beitragen, dass die Rufe nach einer strengeren Kontrolle des Pferderennsports erneut lauter werden.