, 13.01.2020

Im Profifußball gehen viele Vereine Werbepartnerschaften mit Anbietern von Sportwetten ein. Dies ist eine Option, die auch der Volleyball-Bundesliga neue Wege für das Sponsoring eröffnen könnte.

 

Regionale Werbepartner überwiegen

 

Im Volleyball haben die meisten Vereine regionalen Werbepartnern das Sponsoring zu verdanken. So zählen zu den Sponsoren des Bundesligisten SWD Powervolleys Düren beispielsweise sie Stadtwerke Düren und das Unternehmen Gebäudedienste Peeterhoff, der Dresdner SC wird unter anderem von der B&O Wohnungswirtschaft und von Körner Rohr und Umwelt gesponsort.

 

Zwar erreichen die Bundesligisten im Volleyball auch nahezu eine Million Euro an Sponsorengeldern, jedoch strebt die Branche höhere Einnahmen an. Dass es sich dabei nicht nur um einen Wunsch nach Rendite, sondern teilweise um eine dringende Notwendigkeit handelt, zeigt der Verzicht des SSC Palmberg Schwerin auf die Teilnahme an der CEV Volleyball Champions League.

 

Dringend nötige Werbeeinnahmen

 

Der Verein lehnte aus Kostengründen ab, denn das Startgeld beträgt 25.000 Euro. Zudem kommen Kosten für die TV-Produktion und Reisekosten hinzu. Geschäftsführer Andreas Burkard sagte:

„Eigentlich darf man allein für das Renommee den Start nicht ablehnen, aber der Kostenfaktor ist schlicht zu hoch. Wir werden jedes Jahr erneut abwägen müssen, ob eine Teilnahme darstellbar ist.“

Dabei liegt der SSC Palmberg Schwerin mit geplanten Umsätzen in Höhe von 1,95 Mio. Euro für die Saison 2019/2020 sogar an der Umsatz-Spitze der Bundesliga der Frauen. Vereine mit geringeren Einnahmen erzielen pro Saison nur rund 600.000 Euro. Dementsprechend könnte ein Sponsoring durch Sportwetten-Anbieter ins Interesse des Spitzen-Volleyballs rücken.

Nicht nur für den klassischen Volleyball, sondern auch für den Beachvolleyball ist das Sponsoring durch Wettanbieter interessant. Die amtierenden deutschen Meister Bennet und David Poniewaz haben daher erst im Dezember ihre Partnerschaft mit dem Wettanbieter sportwetten.de, offizieller Partner unter anderem von Eintracht Braunschweig und der Basketball Bundesliga (BBL), verlängert.

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) ist im März 2018 bereits eine Werbepartnerschaft mit dem Wettanbieter sportwetten.de eingegangen. Dass das Sponsoring durch Wettanbieter im Volleyball nicht weiter verbreitet ist, hängt mit der derzeit fehlenden Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes inklusive der Sportwetten zusammen.

 

Sollte die Bundesregierung das Online Glücksspiel und die Online Sportwetten, wie vielfach gefordert, in absehbarer Zukunft regulieren, könnten Trikots mit dem Logo von Online Wettanbietern auch im Volleyball vermehrt zu sehen sein.

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