, 24.03.2020

Der Glücksspiel-Anbieter Mybet, der mit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) kooperiert, bietet illegale Online-Casino-Spiele an. Wie die Tagesschau am Montag berichtete, fehle dem Anbieter die dazu erforderliche Lizenz.

 

Glücksspiel-Angebote ohne Lizenz

 

Erst Anfang Mai hatte die DEL den neuen Sponsorenvertrag mit Mybet bekannt gegeben. Dieser sollte zunächst für die aktuelle Saison gelten und seinen Fokus auf Online-Marketing haben.

Der Glücksspiel-Betreiber Mybet wurde 1998 gegründet. Die deutsche Marke zählte in Deutschland zu den ersten Sportwetten-Anbietern überhaupt. Neben Sportwetten veranstaltet Mybet Casino-Spiele und Online-Games.

 

Neben der Deutschen Eishockey-Liga trat Mybet bereits für zahlreiche weitere Sportverbände und -vereine als Sponsor auf. Darunter befanden sich der Deutsche Fußballbund und der Deutsche Handballbund sowie die Vereine Eintracht Braunschweig und Borussia Mönchengladbach.

Aktuell sind Glücksspiellizenzen beim Regierungspräsidium Darmstadt sowie beim Innenministerium von Schleswig-Holstein zu erwerben. Beide Behörden bestätigten, dass keine Lizenz erteilt wurde. Ein Sprecher des Regierungspräsidiums Darmstadt sagte:

Die Firma ‘mybet’ verfügt über keine gültige Glücksspiellizenz des RP [Regierungspräsidiums] Darmstadt für Deutschland.

Eine Marke, mehrere Firmensitze

 

Die Organisationsstruktur des Anbieters ist nach Informationen der Tagesschau undurchsichtig. So wird die Marke Mybet von verschiedenen Unternehmen in mehreren Ländern betrieben. Nach Recherchen des NDR handele es sich vor allem um Briefkastenfirmen.

 

Auf der deutschsprachigen Webseite wird das Unternehmen RULEO Alpenland GmbH mit Registrierung in Österreich genannt. Die englischsprachige Webseite wird Impressum-Angaben zufolge von der in Malta registrierten Rhinoceros Operations Ltd verwaltet.

 

Deutsche Eishockey-Liga reagiert verhalten

 

Die DEL verteidigte unterdessen ihre Partnerschaft mit Mybet und gab an, dass die Rechtmäßigkeit des Sponsors vertraglich zugesichert wurde. Nach Angaben der Tagesschau hatte die Eishockey-Liga die Verlinkung zum Glücksspiel-Angebot von Mybet inzwischen von ihrer Webseite entfernt.

 

Aktuell ist das Logo des Anbieters jedoch weiterhin auf der Startseite der DEL zu sehen. Das Logo ist mit der deutschsprachigen Mybet-Webseite verlinkt. Es sieht demnach nicht so aus, als würde die DEL weitere Maßnahmen zur Klärung der Situation ergreifen. Daher bleibt abzuwarten, ob von Seiten des Anbieters Mybet entsprechende Schritte eingeleitet werden, um die nötige Lizenz zu beschaffen.

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